Montag, 29. April 2019

2 CasaPound-Mitglieder wegen Vergewaltigung in Viterbo verhaftet

Im Latium sind am Montag 2 Mitglieder der rechtsextremen CasaPound-Bewegung mit dem Vorwurf verhaftet worden, mehrere Stunden lang eine Frau vergewaltigt zu haben. Einer der beiden Männer sitzt für CasaPound im Gemeinderat von Vallerano (Provinz Viterbo). Das Sexualverbrechen hat mehrere politische Reaktionen ausgelöst.

Die Polizei von Viterbo hat am Montag 2 CasaPound-Mitglieder wegen Gruppenvergewaltigung verhaftet.
Die Polizei von Viterbo hat am Montag 2 CasaPound-Mitglieder wegen Gruppenvergewaltigung verhaftet. - Foto: © APA/ANSA

Laut den bisherigen Ermittlungen sollen die beiden Männer am 12. April eine 36-jährige Italienerin bei einer Feier in einem Lokal in Viterbo kennengelernt haben. Dort plauderten die Drei und tranken ausgiebig gemeinsam. Dann schlugen die Männer der Frau vor, das Lokal zu verlassen und in die „Old Manners Tavern“ zu wechseln, ein Lokal, das von CasaPound verwaltet wird. Dieses Lokal war zwar geschlossen, einer der beiden Männer besaß aber den Schlüssel.

Der 21-jährige CasaPound-Gemeinderat Francesco Chiricozzi wurde wegen Vergewaltigung verhaftet. - Foto: Ansa

Dort wurde weiter getrunken, bis der CasaPound-Gemeinderat Francesco Chiricozzi (21) und der CasaPound-Exponent Mario Licci (19) versucht haben sollen, die Frau zum Sex zu überreden. Als sie sich weigerte, sollen die beiden Männer die Frau mit Fäusten und Fußtritten fast bewusstlos geschlagen haben. Danach sollen die zwei jungen Männer laut Anklage die 36-Jährige mehrere Stunden lang immer wieder vergewaltigt haben.

Vergewaltigung mit Handy gefilmt

Die beiden Männer sollen ihr Treiben gegenseitig mit dem Handy gefilmt haben, was am heutigen Montagmorgen schließlich in Viterbo zu deren Verhaftung führte. Die Frau hatte nach der Gruppenvergewaltigung Anzeige erstattet und den Ermittlern auch vom Filmen berichtet. Die Ermittler sicherten daraufhin auf den Handys der beiden Männer auch Videos, auf denen die Vergewaltigungen festgehalten worden waren. Auch eine ärztliche Untersuchung bestätigte inzwischen die Vergewaltigung.

Partei-Ausschluss und chemische Kastration

Die mutmaßliche Vergewaltigung der 2 CasaPound-Exponenten hat mehrere politische Reaktionen ausgelöst. Ihre Partei entzog den Beiden präventiv die Mitgliedschaft. CasaPound-Präsident Gianluca Iannone kündigte an, dass Chiricozzi bereits am Dienstag sein Gemeinderatsmandat in Vallerano niederlegen werde.

Innenminister Matteo Salvini forderte „null Toleranz für Kinderschänder und Vergewaltiger“ und erinnerte an eine Gesetzesinitiative der Lega, die es künftig erlauben soll, Vergewaltiger chemisch zu kastrieren.

Der stellvertretende Ministerpräsident Luigi Di Maio sprach von „schockierenden Ereignissen in Viterbo“ und drückte die Hoffnung aus, dass die Täter streng bestraft und 30 Jahre im Gefängnis verbringen werden.

ansa/stol

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