„Am Mittwoch wird Kompatibilität und Transplantierbarkeit geprüft, also ob die Blutgruppe passt. Gemeinsam mit dem Team wird dann bewertet, ob die Operation möglich ist“, sagte der Familienanwalt Francesco Petruzzi gestern in der Fernsehsendung „È sempre Cartabianca“ nach stundenlangem Warten auf eine Entscheidung darüber, ob ein am Vorabend gemeldetes Herz dem Jungen zugeteilt werde.<BR /><BR />Die erste Transplantation war gescheitert, weil das Organ in schwer beschädigtem Zustand eingetroffen war. Nach Angaben des Anwalts ist das neue Herz bislang noch nicht entnommen worden. Die Mutter verließ das Krankenhaus, ohne sich gegenüber Journalisten zu äußern.<h3> Transportbehälter im Fokus</h3>Das ursprünglich implantierte Herz war laut Ansa in einem älteren Transportbehälter befördert worden, obwohl dem Monaldi moderne temperaturkontrollierte Boxen zur Verfügung stehen. Offenbar sei das Personal nicht ausreichend im Umgang mit dem neuen Gerät geschult gewesen und habe deshalb auf einen älteren Behälter zurückgegriffen, der – einer Kühlbox für Getränke vergleichbar – nach den von der Staatsanwaltschaft Neapel sichergestellten Richtlinien nicht mehr den geltenden Standards entspricht. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/panne-bei-organtransport-unterlagen-und-kuehlbox-beschlagnahmt" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Wie berichtet wurden Box und sämtliche Unterlagen beschlagnahmt.</a><BR /><BR />Dies gehört zu den zentralen Punkten der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen. Gegen sechs Personen wird derzeit wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Von diesem Mittwoch an befassen sich zudem Inspektoren des Gesundheitsministeriums mit dem Fall. Parallel dazu ist eine umfassende ärztliche Konsultation angesetzt, um den Zustand des Kindes neu zu bewerten.<BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/meloni-zu-mama-des-herzkranken-jungen-sie-werden-gerechtigkeit-erfahren" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Ministerpräsidentin Giorgia Meloni telefonierte am Dienstag mit der Mutter und bekundete ihre Anteilnahme.</a> Sie versicherte, es werde alles unternommen, um ein kompatibles Organ zu finden. Der Junge kämpft seit zwei Monaten um sein Leben, nachdem ihm ein funktionsuntüchtiges Herz eingesetzt worden war; er wird durch eine Maschine zur extrakorporalen Herz-Lungen-Unterstützung am Leben gehalten, die allerdings auf Dauer innere Organe schädigt.<h3> Zustand kritisch</h3>Die für eine Zweitmeinung hinzugezogenen Experten des römischen Kinderkrankenhauses Bambino Gesù verwiesen auf gravierende Folgeschäden: Der Patient leide an einer Hirnblutung, an Zeichen eines Multiorganversagens von Lunge, Nieren und Leber sowie an einer unkontrollierten Infektion, die unter einer nach erneuter Transplantation notwendigen Immunsuppression schwerwiegende Folgen haben könnte. Die Mutter kündigte dennoch an, eine weitere medizinische Begutachtung einzuholen.<BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/panne-bei-herztransplantation-junge-in-kritischem-zustand-experten-beraten" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Das Monaldi-Krankenhaus hat inzwischen ein erweitertes Expertenteam einberufen.</a> Zwei Spezialisten aus Rom sollen gemeinsam mit Kollegen aus Padua, Bergamo und Turin prüfen, ob die Risiken einer erneuten Transplantation vertretbar sind und ob begleitende Therapien möglich erscheinen. Das Ergebnis gilt als entscheidend für das weitere Vorgehen.<BR /><BR />Nach dem täglichen Bulletin bleibt der Zustand des Jungen sehr ernst, jedoch stabil. Gesundheitsminister Orazio Schillaci und der Regionalpräsident Roberto Fico betonten das „starke gemeinsame Engagement“ der Institutionen, um den Sachverhalt vollständig aufzuklären. Die Ermittlungen unter Leitung des stellvertretenden Staatsanwalts Antonio Ricci und des Staatsanwalts Giuseppe Tittaferrante dauern an.<BR /><BR />Im Mittelpunkt steht weiterhin der Transport des ersten Organs. Hätte eine der modernen Boxen verwendet werden können, so hätte deren Temperaturkontrollsystem die mutmaßlich durch Trockeneis verursachte Unterkühlung registriert und möglicherweise eine Schädigung verhindert.<BR /><BR />Der behandelnde Kardiologe, der sechs Tage nach dem Eingriff von seiner Funktion zurückgetreten war, wurde bereits als Auskunftsperson vernommen. Weitere Zeugen sowie die bislang sechs Beschuldigten aus den beiden beteiligten Teams – jenem der Organentnahme und jenem der Transplantation – sollen folgen. Die Zahl der Beschuldigten könnte sich erhöhen, sollten auch außerhalb Neapels Verantwortlichkeiten festgestellt werden.<BR /><BR /><i>STOL hält Sie auf dem Laufenden.</i>