Dienstag, 02. Februar 2021

2 Millionen Corona-Geimpfte in Italien

Italien hat die Schwelle von 2 Millionen Corona-Geimpften überschritten und ist damit weiterhin das EU-Land mit der höchsten Zahl an immunisierten Personen.

Bisher wurden vor allem Gesundheitspersonal und Patienten von Seniorenheimen geimpft.
Bisher wurden vor allem Gesundheitspersonal und Patienten von Seniorenheimen geimpft. - Foto: © shutterstock
Obwohl die seit dem 27. Dezember laufende Impfkampagne wegen Verzögerungen bei den Impfstoff-Lieferungen stark eingebremst werden musste, starten mehrere Regionen bereits mit der Impfung von Menschen über 80 Jahren. Bisher wurden vor allem Gesundheitspersonal und Patienten von Seniorenheimen geimpft.

Agostino Miozzo, Chef des wissenschaftlichen Komitees (CTS), das die Regierung in Sachen Coronavirus berät, forderte, dass Impfungen auch am Arbeitsplatz durchgeführt werden, sobald man damit beginnt, die Bevölkerung unter 60 Jahren zu impfen. „In vielen mittleren und großen Unternehmen können hunderte Personen erreicht werden. Dies würde die Impfkampagne erleichtern“, sagte Miozzo.

Virologen warnen vor fahrlässigem Verhalten

Italien lockerte seit gestern, Montag, seine Anti-Covid-Maßnahmen. 11 der 20 italienischen Regionen wurden von orange auf gelb herabgestuft, so dürfen Restaurants tagsüber wieder öffnen. Auch Museen sind zugänglich, und die Menschen erhalten mehr Reisefreiheit. Das gilt auch für die Lombardei, die von der Pandemie am stärksten betroffene Region. Fitnesszentren, Schwimmhallen, Theater und Kinos bleiben geschlossen.

Bereits nach der Ankündigung der Lockerungen am Wochenende waren die Menschen in vielen italienischen Städten zu Tausenden auf die Straßen und in die Parks geströmt. Virologen warnten vor fahrlässigem Verhalten. Die Gefahr sei, dass es noch vor dem Frühjahr zu einer dritten Infektionswelle kommt.

„Die effizienteste Maßnahme wäre ein harter, langer und gnadenloser Lockdown, den man aber nicht umsetzen kann, weil die Gefahr einer sozialen Revolte besteht“, kommentierte der Virologe Fabrizio Pregliasco laut Medienangaben. Er zeigte sich wegen der Menschenansammlungen in den Stadtkernen besorgt. „Das darf nicht unterschätzt werden, denn dieses Verhalten könnte Ausdruck von Aversion und Rebellion gegenüber den Covid-Vorgaben sein“, so der Virologe.

apa

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