Auf den Fall angesprochen, erklärt Uwe Holzmann, Koordinator des Tierärztlichen Dienstes in Bruneck, die Sachlage detailliert und wirbt um Verständnis. Die beiden Tiere seien im Sommer auf einer Alm im Hochabteital gewesen und dann wohl infolge eines Wolfsangriffes zusammen mit etlichen anderen Schafen versprengt und als vermisst gemeldet worden.<BR /><BR /> Im Gegensatz zu den anderen Tieren seien die 2 Schafe dann aber wieder aufgetaucht, seien von Anfang an aber äußerst scheu gewesen, sodass man sich ihnen nicht habe nähern können, ohne dass sie die Flucht ergriffen.<BR /><BR />„Mehrfach wurde in den vergangenen Monaten versucht, die Tiere anzufüttern und damit ihr Vertrauen zu gewinnen und sie wieder heimisch zu machen.“ Einmal sei es sogar gelungen, sie einzufangen, doch dann seien die Tiere wieder entkommen. „Nutztiere verlieren in der Wildnis sehr schnell den Bezug zum Menschen“, erklärt Holzmann. Auch eine Wiedereinstallung sei schwierig, da sie sich nur mehr schwer in die Herde eingliedern lassen und oft bei der nächstbesten Gelegenheit wieder das Weite suchen.<h3> Verhungern oder erfrieren</h3>Zuletzt seien die 2 Schafe immer wieder in der Nähe einer Skipiste gesichtet und damit zum Sicherheitsrisiko geworden. Zudem sei beobachtet worden, dass die Tiere kaum mehr natürliches Futter finden konnten. „Und ohne Futter wären sie höchstwahrscheinlich langsam verhungert oder auch erfroren“, erklärt Holzmann. Die Pansengärung werde nämlich bei fehlender Nahrung eingestellt und somit verliere der Tierkörper seine „Heizung“.<BR /><BR />In Anbetracht all dieser Gründe und auch, um den beiden Tieren weiteres Leid zu ersparen, sei die Ermächtigung zum Abschuss erteilt worden, meint der Tierarzt. Schließlich sei das hochalpine Gelände für Nutztiere auf Dauer kein geeignetes Lebensumfeld. Den Abschuss habe ein geprüfter Jäger durchgeführt. Weil die Tiere nicht mehr verzehrt werden können, wurden sie über die Containersammelstelle für Tierkadaver ordnungsgemäß entsorgt.<BR /><BR />Situationen, dass Tiere „verwildern“, gebe es übrigens immer wieder, erklärt Holzmann. „Oft gelingt es, die Tiere wieder einzustallen, vor allem dann, wenn sie nur kurz vom Besitzer getrennt waren.“ In diesem Fall sei die Zeitspanne aber einfach zu lang gewesen und es sei leider nicht mehr möglich gewesen, sie zurück in die Obhut des Bauern zu holen.<BR />