<b>Von Florian Mair</b><BR /><BR />Die beiden rotzfrechen Diebinnen, die kürzlich am helllichten Tag 2 Senioren in Unsere Liebe Frau im Walde bestohlen haben, einmal sogar mit roher Gewalt, sollten sich im Wallfahrtsort besser nicht mehr blicken lassen, denn die „Woldner“ halten Ausschau nach ihnen: Am 18. Juli stahlen sie Josef Weger gegen 11 Uhr 60 bis 80 Euro aus seiner Geldtasche, und heute vor einer Woche gegen 15.15 Uhr rissen sie Theresia Egger Witwe Kofler eine goldene Halskette mit integriertem Anhänger vom Hals.<BR /><BR />Marschalkhof-Bauer Josef Weger war am 18. Juli gegen 11 Uhr mit seinem Panda nach Hause gekommen und musste zuerst seinen Traktor verstellen, bevor er seinen Pkw ordentlich parken konnte. Und dann passierte es: „Ich hatte gerade die Fahrertür geöffnet, saß aber noch nicht im Auto, als 2 Italienerinnen vor mir standen, eine jüngere und eine ältere Frau“, weiß der 79-Jährige.<BR /><BR />Geschickt verwickelten sie Bauer Weger in ein Gespräch. „Die Jüngere sagte zu mir, dass ich einen schönen Traktor habe“, erinnert sich der 79-Jährige. „Und inzwischen griff die ältere Frau hinter meinem Rücken nach meiner Geldtasche im Pkw und ließ einige 20-Euro-Scheine mitgehen. 60 bis 80 Euro dürften es gewesen sein. Dann legte sie die Geldtasche wieder in ein Fach neben dem Lenkrad.“<BR /><BR />Anschließend suchten die beiden Frauen das Weite, die ältere Diebin soll leicht dunkelhäutig sein. „Mir kam alles sehr verdächtig vor, weshalb ich sofort in meine Geldtasche geschaut habe“, weiß Weger. „Die Münzen hatten sie zurückgelassen. Dokumente fehlten keine, nur die Karte mit meiner Kontonummer ist verschwunden. Aber mit dieser können sie nichts anfangen.“<BR /><BR />Weger ergänzt: „Bankomatkarte habe ich zum Glück keine. Hätten sie mir auch meine Dokumente gestohlen, wäre ich zu den Carabinieri gefahren, um Anzeige zu erstatten. Aber so bringt es nichts, außer, dass ich stundenlang in der Kaserne warten müsste, bis die Anzeige fertig ist. Der Vorfall wurde den Carabinieri nur gemeldet. Meine Nichte Martina hat die Frauen mit einem schwarzen Auto von Weitem gesehen.“<BR /><BR />Die Diebinnen kehrten am vergangenen Montag nach Unsere Liebe Frau im Walde zurück und fanden dort ihr zweites Opfer: Gegen 15.15 Uhr saß Theresia Egger Witwe Kofler auf der Bank an der Kreuzung gegenüber dem Biotop – mit Blick auf die Kirche. Dort ist sie öfter anzutreffen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1055574_image" /></div> <BR /><BR /> Plötzlich blieb hinter ihr auf dem Gehsteig ein schwarzer Ford stehen. „2 Frauen stiegen aus und fragten, ob sie auf der Bank ein wenig rasten dürfen“, blickt die 89-Jährige zurück. „Die Ältere, die sicher über 60 Jahre alt sein dürfte, ist dann sofort wieder aufgestanden, um ins Auto zu steigen. Die Jüngere, die etwa 25 bis 30 Jahre alt ist, half ihrer Begleiterin, angeblich ihrer Mutter, beim Einsteigen. Dann schlug sie mir plötzlich auf mein Genick und sagte: „Eine Wespe, eine Wespe„.“<BR /><BR />Gleich anschließend stieg auch die jüngere Diebin ins Auto, und beide fuhren weg, maximal 5 Minuten, nachdem sie gekommen waren. „Erst dann habe ich gemerkt, dass meine Goldkette mit Anhänger weg ist“, sagt Theresia Egger Witwe Kofler, die über 30 Jahre lang den Souvenirladen in Unsere Liebe Frau im Walde geführt hat, mit Tränen in den Augen. „Diese Kette hat mir mein vor über 20 Jahren gestorbener Mann gekauft. Um dieses Erinnerungsstück, das ich gerne getragen habe, tut es mir sehr leid.“<BR /><BR />Die Witwe hat Anzeige bei den Carabinieri erstattet. „Ich habe aber wenig Hoffnung, dass ich die Kette wiederbekomme“, sagt die 89-Jährige. „Es ist sehr traurig, dass man im eigenen Dorf nicht mehr sicher ist.“