Karen und Aria sehen jeden Tag, wie es Bomben über Beirut regnet und wie diese in der Hauptstadt des Libanon explodieren. Die beiden Studentinnen hatten ihre Familien in einem Dorf etwas südlich von Beirut besucht, bevor es für sie zurück an die Universität nach Trient und ins neue Semester hätte gehen sollen.<BR /><BR />Als es Zeit wurde, Abschied zu nehmen, war es bereits zu spät: Die jungen Frauen konnten den Libanon nicht mehr verlassen. Um 7 Uhr hätte ihr Flug gehen sollen, jedoch hatte Israel wenige Stunden zuvor damit begonnen, den Süden der Hauptstadt zu bombardieren– auch der Flughafen stand unter Beschuss ( <a href="https://www.stol.it/artikel/politik/anfuehrer-der-hamas-im-libanon-von-israel-getoetet" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">STOL hat berichtet</a>).<h3> „Wir sahen, wie Bomben in Beirut explodierten“</h3>Viele Airlines streichen deshalb ihre Flüge von und nach Beirut, der Flughafen steht still. „Unser Flug wäre letzten Freitag um 7 Uhr morgens gegangen. Wir haben verstanden, dass sich die Situation verschärft, dass mehr und mehr bombardiert wird“, erklärt Karen gegenüber der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“. „Meine Mutter, Aria und ihre Eltern, wir alle sahen im Fernseher, wie Bomben in Beirut explodierten.“<BR /><BR />Es sei einfach zu gefährlich gewesen, den Flughafen zu erreichen: Die Haupt-Zufahrtsstraße sei von den eingeschlagenen Bomben zerstört worden. „Wir versuchen derzeit, Fluggesellschaften zu kontaktieren. Es besteht aber das Risiko, dass sämtliche Flüge bis zum 12. Oktober gestrichen werden“, erklärt die Studentin der Universität Trient.<h3> 1500 Euro für eine Schiffsfahrt</h3>Beide studieren an der Universität in Trient: Karen Europawissenschaften, Aria Kognitionswissenschaften. Ihre Kommilitonen wollen sich nun für die jungen Frauen einsetzen. Auf Social Media haben sie einen Spendenaufruf gestartet: „Die Möglichkeiten, den Libanon zu verlassen, sind sehr begrenzt und kosten wirklich viel“, steht in dem Appell geschrieben. <BR /><h3> Der Spendenaufruf der Mitstudierenden</h3> Aktuell scheint eine Fahrt mit dem Schiff nach Zypern die beste Route aus dem Kriegsgebiet zu sein. „Die Kosten für eine Schiffsfahrt nach Zypern lagen am Samstag bei rund 1500 Euro, berichtet die italienische Tageszeitung. Die Reisekosten haben sich mittlerweile verdoppelt und sogar verdreifacht“, bestätigt Karen. <BR /><BR />„Wir haben uns vorgenommen, 3500 Euro für die Schiffsfahrt und für die Flugtickets nach Mailand zu sammeln. Rund 15 Prozent der Gesamtsumme wurden bereits gespendet“, erklärt Maryna, sie bewirbt den Spendenaufruf auf Social Media. Darüber hinaus haben sich die Kommilitonen auch an den Studentenrat und die Mitarbeiter der Universität gewandt. „Ich danke meinen Freunden in Trient und den Professoren, mit denen ich in Kontakt stehe, für ihre Hilfe“, so Karen abschließend.<BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/suche/libanon" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Mehr zur Eskalation in Nahost lesen Sie hier.</a>