Donnerstag, 21. März 2019

20 Jahre Flammeninferno im Montblanc-Tunnel

Der Montblanc-Tunnel zwischen Frankreich und Italien wurde am 24. März 1999 zur tödlichen Falle für 39 Menschen. Ein Lastwagen geriet in Brand, der Fahrer flüchtete zu Fuß aus dem Tunnel. Das Feuer am Sattelzug, der Margarine und Mehl geladen hatte, sprang auf andere Fahrzeuge über und breitete sich rasend schnell aus. Die Menschen in den Autos dahinter konnten nicht mehr flüchten, der Laster blockierte die Straße.

Ein Bild des Feuerwehr-Einsatzes. - Foto: Zett
Ein Bild des Feuerwehr-Einsatzes. - Foto: Zett

Die meisten Opfer erstickten in giftigen Rauchschwaden. Viele Menschen, die in die Schutzräume flüchteten, verglühten bei Temperaturen von 1000 Grad. In dem 11,6 Kilometer langen Tunnel gab es keine zweite Röhre, durch die die Menschen hätten flüchten können. Das Feuer wütete 3 Tage lang. Von den Opfern blieb kaum mehr übrig als Zahnreste, Asche und Eheringe. Ihre Identifizierung dauerte mehrere Monate.

Schlecht trainiertes Rettungspersonal, fehlende Feuerlöscher im Tunnel 

Das Unglück legte den Tunnel rund drei Jahre lang komplett lahm und löste weltweit eine Diskussion über Sicherheitsvorkehrungen aus. Das Inferno wurde jahrelang juristisch aufgearbeitet – auf der Suche nach Verantwortlichen. Dabei wurde deutlich, dass die Sicherheit im Tunnel sträflich vernachlässigt worden war. Es fehlten Feuerlöscher und Atemgeräte für die Feuerwehrleute. Vor allem war das Rettungspersonal nicht trainiert. Die letzte Feuerwehrübung hatte es 1973 gegeben.

Die Wehrmänner trauerten um einen Kameraden, der in den Flammen sein Leben verlor. - Foto: Zett

dpa

stol