Die erste und bisher einzige vergleichbare Untersuchung stammt aus dem Jahr 2005 und wurde vom damaligen Landesrat Otto Saurer initiiert. Fazit damals: 70 Prozent der befragten Lehrer zeigten sich mit ihrer Tätigkeit „zufrieden“ oder sogar „sehr zufrieden“. <h3> Was schon damals „zunehmend zur Belastung“ wurde</h3>Als durchschnittliche Jahresarbeitsstundenzahl wurde damals für Vollzeitlehrkräfte an der Oberschule 1.677 und an Mittel- und Grundschulen 1.630 bzw. 1.633 Stunden ermittelt. Der reine curriculare Unterricht bei Vollzeitlehrpersonen lag damals ziemlich genau bei einem Drittel (500 Stunden) der gesamten Jahresarbeitszeit. Weitere umfangreiche Posten unter den Jahresstunden der Lehrpersonen waren die individuelle Unterrichtsvorbereitung mit 283 Stunden, institutionelle und individuelle Fortbildung mit 133 Stunden sowie Aufsichten und Begleitungsdienste mit 100 Stunden (Vollzeitkräfte). <BR /><BR />Doch schon damals zeichnete sich ab, dass es „offenbar zunehmend zur Belastung“ wurde, wenn Schüler als „schwierig“ erlebt wurden bzw. „wenn der Eindruck da ist, das Elternhaus komme seinen Aufgaben nicht nach und der Schule falle immer mehr die Aufgabe zu, gesellschaftliche Missstände kompensieren zu müssen.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1225698_image" /></div> <BR />Andrea Perger von der Vinschger Initiativgruppe „Qualitätsmarke Bildung Südtirol“ hat damals schon unterrichtet. Sie ist sich sicher: „Solche Zufriedenheitswerte sind Vergangenheit. Das sähe bei einer aktuellen Befragung ganz anders aus“. <BR /><BR /><embed id="dtext86-71845598_quote" /><BR /><BR />Denn zum einen sei die Lehrtätigkeit belastender als noch vor 20 Jahren. Und zum anderen seien mehr Aufgaben zu bewältigen, und damit mehr Arbeitszeit. „Insbesondere mit Corona hat die Belastung einen brutalen Sprung gemacht“, erklärt sie. Gesundheitliche und psychische Probleme nehmen bei Schülern ebenso zu wie Funktionsdiagnosen, dafür nehme ihre Konzentrationsfähigkeit ebenso ab wie ihr Textverständnis, „das gilt für alle Kinder, auch ohne Migrationshintergrund“. <BR /><BR />Für Lehrer heiße das neben mehr emotionalem Stress zusätzliche Gespräche mit Schülern, Eltern und im Netzwerk etwa mit Sozialsprengeln, Spezialkliniken. „Die Aufgaben für Lehrpersonen sind seit 2005 vielseitiger und komplexer geworden. Zudem sind an vielen Schulen die sozialen Bedingungen schwieriger geworden und die Sprachkomplexität und Heterogenität der Klassen ist gestiegen“, so der Freie Abgeordnete. Die neue Studie soll dazu empirische Fakten liefern.