Mittwoch, 07. April 2021

Lebenserwartung in der EU 2020 gesunken

Erstmals seit den 60er-Jahren ist die Lebenserwartung in der Europäischen Union im Jahr 2020 Corona-bedingt wieder gesunken. Wie das EU-Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte, verzeichneten die meisten EU-Staaten einen Rückgang der durchschnittlichen Lebenserwartung.

Die Lebenserwartung sank 2020 in der EU.
Die Lebenserwartung sank 2020 in der EU. - Foto: © BARBARA GINDL
Die stärksten Rückgänge verzeichneten Spanien (-1,6 Jahre), gefolgt von Bulgarien (-1,5) sowie Litauen, Polen und Rumänien (jeweils -1,4). Aber auch in Belgien und Italien (jeweils -1,2), Tschechien und Slowenien (jeweils -1,0), Luxemburg und der Slowakei (jeweils -0,9), Portugal, Kroatien, Ungarn und Schweden (jeweils -0,8) ging die durchschnittliche Lebenserwartung stark zurück. Gleichauf mit Österreich, wo die Lebenserwartung im Vergleich zu 2019 um 0,7 Jahre gesunken ist (von 82,0 auf 81,3 Jahre) liegen Frankreich und die Niederlande (jeweils -0,7), besser stehen trotz Rückgängen Griechenland (-0,5), Estland (-0,4), Malta (-0,3) und Deutschland (-0,2) da.

Steigende Lebenserwartung in Dänemark und Finnland

Eine stagnierende Lebenserwartung verzeichneten Zypern und Lettland (jeweils 0,0). Eine steigende Lebenserwartung schafften im Vorjahr EU-weit trotz Corona nur Dänemark und Finnland (jeweils +0,1). Große Unterschiede gibt es auch bei den Nicht-EU-Staaten, aus denen Daten vorliegen. So verzeichneten Liechtenstein (-2,4) und die Schweiz (-0,8) Rückgänge über dem Niveau Österreichs, Island (-0,1) hingegen eine leichte Abnahme der Lebenserwartung und Norwegen einen Anstieg (+0,3).




Männer waren in den meisten EU-Staaten vom Rückgang der Lebenserwartung 2020 etwas stärker betroffen als Frauen. Für Österreich weist die Statistik eine Verkürzung der durchschnittlichen Lebensdauer bei Männern von 79,7 Jahren im Jahr 2019 auf 78,9 Jahren aus. Die stärksten Rückgänge bei Männern wurden in Bulgarien (-1,7 Jahre) registriert, gefolgt von Lettland und Polen (jeweils -1,5 Jahre) sowie Spanien und Rumänien (jeweils -1,4 Jahre).

apa