Samstag, 08. Februar 2020

228 Fachärzte in Südtirol dringend gesucht

In Südtirols Krankenhäusern und Gesundheitsdiensten fehlen nicht weniger als 228 Fachärzte; weitere 207 Stellen sind befristet besetzt. Dazu kommt, dass in den nächsten 5 Jahren 180 Ärzte in Pension gehen.

Fachärzte sind in Südtirol Mangelware: Von den 1400 Planstellen sind fast ein Sechstel, nämlich 228 Stellen, nicht besetzt.
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Fachärzte sind in Südtirol Mangelware: Von den 1400 Planstellen sind fast ein Sechstel, nämlich 228 Stellen, nicht besetzt.

Die ärztliche Personaldecke bleibt angespannt. In Südtirols Spitälern und sonstigen Gesundheitsdiensten fehlen 228 Fachärzte – bei 1406 Ärzte-Planstellen. Weitere 207 Stellen sind nur befristet besetzt, weil den Ärzten der Zweisprachigkeitsnachweis fehlt.

Mangelware sind vor allem Anästhesisten, Radiologen, Orthopäden und Kinderärzte. Dazu kommt, dass in den nächsten 5 Jahren 180 Ärzte in Pension gehen.

Dazu kommt, dass in den nächsten 5 Jahren 180 Ärzte in Pension gehen. „Wir arbeiten an mehreren Fronten“, sagt Gesundheitslandesrat Widmann.

Zu den Löchern in der Personaldecke: Im Krankenhaus Bozen fehlen u.a. 8,5 Anästhesisten, je 5 Radiologen und 5 Orthopäden und weitere 5 Fachärzte in den Sprengeln. Im gesamten Gesundheitsbezirk fehlt es an Fachärzten für 86,59 Stellen.

Im Krankenhaus Meran , dem zweitgrößten im Land, sind knapp 40 Stellen vakant, darunter fehlen 6 Anästhesisten, 4 Ärzte für die Notaufnahme und 4 Zahnärzte. Unbesetzt sind zudem 6,8 Stellen für Orthopäden. „Wegen des Orthopäden-Mangels mussten die Spitalsbetten von 48 auf 12 reduziert werden“, erläutert Widmann eine Folge des Ärztemangels. Natürlich fehlten auch Pfleger. „Auch dieses Problem ist zu lösen“, so Widmann.

Im Schlanderser Spital fehlen rund 25 Ärzte, darunter sogar 9 Anästhesisten, 4 Chirurgen, 4 Kinderärzte, um nur die größten Löcher zu nennen.

Dem Krankenhaus Brixen mangelt es u.a. an 3 Gynäkologen und 3 Urologen sowie an 4 Psychiatern und 3 Ärzten für den Hygienedienst. Und das Sterzinger Spital hat 7,75 freie Stellen und sucht u.a. Ärzte für 2,25 Anästhesie-Stellen sowie für 2,5 Facharzt-Stellen für Innere Medizin. Am Krankenhaus Bruneck sind 17,75 Stellen vakant, darunter bräuchte es mindestens 3 Orthopäden. Dem Krankenhaus Innichen fehlen 12,75 Ärzte, darunter 3 Kinderärzte, 3 Notfallmediziner bzw. Unfallchirurgen und 2 Fachärzte für Orthopädie und Traumatologie.

„Weitere 72 Facharzt-Stellen werden derzeit mit über 160 freiberuflichen Ärzten mittels Werkvertrag abgedeckt“, führt Landesrat Widmann aus.

Und was unternehmen gegen den Ärztemangel? Kurzfristig versucht das Land den Ärzten mit befristetem Vertrag die 2. Landessprache näherzubringen. „Für die 207 Fachärzte, die mangels Zweisprachigkeitsnachweis nur einen auf 5 Jahre befristeten Vertrag haben, haben wie jetzt die Sprachkurse aktiviert. Ein Drittel muss Italienisch lernen und 2 Drittel Deutsch. Hätten wir die Laufzeit der Verträge nicht auf 5 erhöht, müssten wir heuer 66 Ärzte mit befristetem Vertrag entlassen“, so Widmann.

Mittelfristig soll Ärzte-Nachwuchs über angekaufte Medizin-Ausbildungsplätze wie an der Paracelsus-Uni in Salzburg generiert werden. „Wir sind sehr froh über das Entgegenkommen der PMU. Weitere Kooperationen mit anderen europäischen Unis sind geplant. Ohne private Ergänzung ist unser Gesundheitssystem nicht gesichert“, sagt Thomas Widmann.

lu