Samstag, 23. Mai 2015

23 Jahre nach dem Tod von Mafia-Jäger Falcone: Gedenkfeier in Palermo

Italien hat am Samstag der Ermordung des sizilianischen Mafia-Jägers Giovanni Falcone durch Killer der Cosa Nostra vor 23 Jahren gedacht.

Tausende Menschen, darunter 40.000 Schüler, beteiligten sich in Palermo an einer großen Veranstaltung zu Ehren Falcones mit Italiens Präsidenten Sergio Mattarella.

Zahlreiche Gedenkfeiern zu Falcones Ehren fanden in ganz Italien statt. Mattarella betonte in Palermo, dass Falcones Beispiel allen Italienern neuen Mut für den unerbittlichen Kampf gegen die Mafia geben müsse. Er zitierte dabei einen Ausspruch Falcones: „Die Menschen vergehen, die Ideen bleiben. Es bleiben die moralischen Bestrebungen, die auf den Beinen anderer Menschen wandeln“.

„Falcone hat uns den Weg gezeigt“

„Die Mafia ist besiegbar. Das ganze Land, von Norden bis Süden, muss ohne Angst das organisierte Verbrechen bekämpfen. Falcone hat uns den Weg gezeigt“, sagte Mattarella, ein gebürtiger Sizilianer.

Dies müsse auch mit Entwicklung und Wirtschaftswachstum erfolgen.

Die Kriminalität grassiere in Regionen, in denen es an Beschäftigung und an Wachstumsmöglichkeiten fehle. Arbeit sei kein Privileg, sondern ein Recht und eine Pflicht. „Wir vergessen nicht!“, schrieb Italiens Premier Matteo Renzi auf Twitter.

Am 23. Mai 1992 waren Falcone, seine Frau Francesca Morvillo und drei seiner Leibwächter bei einem Sprengstoffattentat auf der Autobahn bei Capaci nahe Palermo getötet worden.

Falcone, der 53-jährig starb, hatte sich stets bemüht, die internationalen Verbindungen der „Cosa Nostra“ aufzudecken.

Eine entscheidende Rolle spielte er beim Aufbau des sogenannten Anti-Mafia-Pools, einer Gruppe von Staatsanwälten, die Mitte der 80er-Jahre große Erfolge im Kampf gegen das organisierte Verbrechen verbuchen konnten.

Sein engster Kollege, Paolo Borsellino, wurde zwei Monate nach Falcone ebenfalls durch ein Sprengstoffattentat der Mafia getötet.

apa

stol