Als Zelger 2024 vom Landtagspräsidium bestätigt wurde, enthielt sich Maria Elisabeth Rieder „im Namen der Opposition“ der Stimme, denn es gab Zweifel an der großzügigen Auslegung, mit der die Mehrheit seine Eintragung ins Führungsregister ermöglicht hat. „Jetzt hat das Gericht viele Zweifel überraschend klar bestätigt und es ist ein Urteil mit enormer Sprengkraft“, sagt Team-K-Chef Paul Köllensperger. Sollte es in zweiter Instanz halten, stelle es auch die Ernennung von Florian Zerzer zum Abteilungsdirektor und insgesamt den Umgang des Landes mit Spitzenpositionen in Frage: „Das Gericht drängt auf Rotation, doch bisher wurden alle Spitzenbeamten bis auf Virna Bussadori bestätigt.“<h3> „Jetzt muss Verantwortung übernommen werden“</h3>Die Auslegung zur Berechnung der acht Jahre für die Eintragung ins Führungsregister sei bereits 2023 von vielen als „äußerst gewagte Ausreizung des Gesetzes“ empfunden worden, meint Andreas Leiter Reber (Freie Fraktion): „Spätestens nach dem Urteil muss Verantwortung übernommen und jeder Zweifel an der Rechtmäßigkeit von Zelgers Ernennung ausgeräumt werden.“ Demokratie lebe von Vertrauen, jenes ins politische Personal sei „ohnehin angekratzt“ und weiterer Schaden am Landtag sei zu verhindern.<BR /> „Wir werden auf der nächsten Sitzung der Fraktionssprecher Klarheit fordern, wie es jetzt weitergeht. Zweifel waren da, wurden bestätigt und sind aus der Welt zu räumen“, sagt Sven Knoll (Süd-Tiroler Freiheit). Er sei kein Freund davon, immer sofort zu Gericht zu laufen. „Das gilt für Pechlaner genauso wie für die Berufung, die der Landtag gegen das Urteil einlegen will.“ Nichtsdestotrotz müssen Regeln für alle gelten.<h3> Staatliches Spitzenpersonal nach 10 Jahren wechseln</h3>„Regeln dürfen nie Namen und Gesicht haben“, stellt Brigitte Foppa (Grüne) klar. Während sonst alles dreifach geprüft werde, wenn auch nur ein Radiergummi gekauft wird, sei hier nachträglich an Regeln herumgezerrt worden. Brisant sei vor allem die Feststellung des Gerichts, dass bei Spitzenbeamten eine gewisse Rotation einzuhalten sei, was beim Land nicht stattfindet. „Beim Staat muss das Spitzenpersonal hingegen nach 10 Jahren wechseln“, betont Foppa.<BR />„Ich kann mir vorstellen, dass die Mehrheit gern mit Beamten zusammenarbeitet, mit denen sie gut kann. Trotzdem sind die Spielregeln für alle einzuhalten – ob sie eingehalten wurden, wird letztendlich erst die Berufung zeigen, die gegen das Urteil des Arbeitsgerichts angekündigt wurde“, meint <b>Andreas Colli</b>(Wir Bürger).<BR />Bedeckt gibt sich <b>Thomas Widmann</b>(FSW), unter dessen Präsidentschaft Zelger 2024 erstmals Generalsekretär wurde. „Für die Person Zelger tut es mir leid, dass jetzt all diese Debatten aufkommen. Um zu verstehen, ob wirklich etwas dran ist, muss man die Berufung abwarten.“