Sonntag, 18. September 2016

25 Jahre Ötzi: Berichte über einen einzigartigen Fund

Mit einen Hubschrauber wurde Anton Koler, der damalige Leiter der alpinen Einsatzgruppe der Gendarmerie in Sölden, am 20. September 1991 in die Nähe des Tisenjoch geflogen, um "Ermittlungen am Berg" zu leiten. Einen Tag zuvor war dort nämlich eine Leiche gefunden worden, die - wie sich später herausstellen sollte - mehrere tausend Jahre alt war.

Er war ein Sensationsfund: Am morgigen Montag jährt sich die Entdeckung des Mannes aus dem Eis - besser bekannt als "Ötzi" zum 25. Mal.
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Er war ein Sensationsfund: Am morgigen Montag jährt sich die Entdeckung des Mannes aus dem Eis - besser bekannt als "Ötzi" zum 25. Mal.

Am 19. September 1991 läutete in der Gendarmerie in Sölden das Telefon. Markus Pirpamer, der Wirt der Similaunhütte, berichtete vom Fund einer Leiche am Berg. Diese sei vom Ehepaar Helmut und Erika Simon entdeckt und von ihm selbst bereits begutachtet worden. 

Tags darauf machte sich schließlich auch Anton Koler, der Leiter der alpinen Einsatzgruppe der Gendarmerie, auf zur Fundstelle, denn: "Todesfälle waren Chefsache", erklärt er heute.

An der Fundstelle angekommen stellte sich jedoch schnell heraus, dass die Leiche wohl bereits einige Zeit lang im Gletscher vergraben lag. "Ich habe mir gleich gedacht, dass ich hier keinen Ausweis mehr finde", schmunzelt Koler. Auch die Knochen selbst konnten so schnell nicht aus dem Eis befreit werden. Nur das Beil des Toten, das nahm Koler am Abend mit ins Tal.

Erst wenig später wurde mit der Bestimmung des ungefähren Alters schließlich klar, welcher Sensationsfund hier gemacht wurde: die Faszination "Ötzi" war geboren.

Z/ch/stol/deb

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Mehr über die Bergung des Mannes aus dem Eis sowie die Berichte der Augenzeugen lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Sonntagszeitung "Zett". 

stol