Montag, 14. September 2020

25 Prozent der Eltern impfen Kind nach

Doch lieber nachimpfen, als dass das eigene Kind draußen vor der Kindergartentür bleiben muss. Fakt ist, dass Eltern von 207 der 825 ausgeschlossenen Dreikäsehochs aus dem deutschen Kindergarten es sich nun doch anders überlegt haben und ihre Kinder nachimpfen ließen. Das berichtet das Tagblatt „Dolomiten“ am Montag.

Ist ein Kind nicht geimpft, darf es den Kindergarten nicht mehr besuchen.
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Ist ein Kind nicht geimpft, darf es den Kindergarten nicht mehr besuchen.
Das ist ein Viertel aller deutschsprachigen Kindergartenkinder, die per Dekret ausgeschlossen worden sind.

Zur Erinnerung: Wie berichtet, hatten 939 Eltern von unzureichend geimpften Kindergartenkindern im Land – 825 in den deutschsprachigen Kindergärten, 62 in den ladinischsprachigen und 52 in den italienischen Kindergärten – jüngst einen Brief des Landes erhalten, mittels dem mitgeteilt worden war, dass die Jänner-Einschreibung ihres Kindes in den Kindergarten als Folge der Nicht-Impfung hinfällig und damit verfallen ist.

Von den 207 „Kindergartler“-Eltern, die die löchrige Impfbiografie ihres Kindes haben in Ordnung bringen lassen, seien auch einige Eltern darunter, die genau in den Tagen, in denen die Dekrete zum Widerruf der Kindergarten-Einschreibung verschickt wurden, ihr Kind haben impfen lassen. „Oder aber von den Hygieneämtern die Impf-Dokumentation vervollständigt und wegen der Impfung korrigiert wurde“, sagt Bildungslandesrat Philipp Achammer.

Andere wiederum, so Achammer weiter, konnten nachweisen, dass sie einen 1. Impftermin nicht grundlos hätten verstreichen lassen, sondern dass es aus organisatorischen oder aber gesundheitlichen Gründen nicht möglich war, das Kind rechtzeitig zu impfen. „Es zeigt sich, dass nicht alle Eltern unzureichend geimpfter Kindergartenkinder Impfgegner oder Impfverweigerer sind“, sagt Achammer.

Wie berichtet, wurde italienweit bereits im vergangenen Schuljahr mit den Ausschlüssen ernst gemacht. „Bei uns in Südtirol war das vergangene Kindergartenjahr noch ein Übergangsjahr. Und heuer haben offensichtlich viele Eltern nicht geglaubt, dass wir mit den Ausschlüssen von Kindergartenkindern ohne ausreichenden Impfschutz ernst machen“, sagt der Bildungslandesrat. Nun zeigten aber die ersten Zahlen von nachgeimpften Kindern, dass „die Bereitschaft der Eltern da ist, nachzuimpfen“, meint der Bildungslandesrat. Er geht davon aus, dass noch weitere Kinder nachgeimpft werden.

Eltern, die hingegen einen ersten Impftermin ohne triftigen Grund haben verstreichen lassen, dürfen ihr Kind erst nach erfolgter Impfung wieder in den Kindergarten bringen.

Detail am Rande: Ob die Impf-Biografie eines Kindes vollständig ist, überprüft der Sanitätsbetrieb. Dieser macht dann Meldung an den Kindergarten.

lu