So entstand die Idee, die Gefallenendenkmäler und Soldatenfriedhöfe des Ersten und Zweiten Weltkriegs, aber auch des Freiheitskampfes von 1809 in ganz Südtirol zu fotografieren und eine Publikation herauszugeben. 2025, anlässlich 80 Jahre Ende des Zweiten Weltkriegs, begann Heinrich Kainz sein Vorhaben umzusetzen.<h3> Über 17.000 tote Soldaten in zwei Kriegen</h3>Als Ausgangspunkt habe ihm das Buch „Monumenta sacra“ von Ehrenkanonikus und Kunsthistoriker Karl Gruber gedient, erzählt der rührige Plauser. Alle Pfarreien seien sehr entgegenkommend gewesen. Er machte sich, oft mit seinem Enkel Jonas Rinner und Seelsorger Hermann Senoner, auf den Weg, um alle Gefallenendenkmäler und Soldatenfriedhöfe in Südtirol zu fotografieren. „Mir war nicht klar, dass das ein so langer Weg wird“, blickt Heinrich Kainz zurück. Rund 250 Gefallenendenkmäler und zehn Soldatenfriedhöfe haben Eingang in die Publikation gefunden, die er nicht als Verherrlichung des Krieges, sondern als Mahnung verstanden wissen will. Im Ersten Weltkrieg sind 9.302 Südtiroler gefallen, im Zweiten 8.025. Hinzu kommen doppelt so viele zivile Opfer.<BR /><BR />Bei seinen Recherchen entdeckte Heinrich Kainz, dass die Gefallenendenkmäler je nach Gegend unterschiedlich gestaltet sind: Im Vinschgau spielt naturgemäß der Marmor eine große Rolle, im Pustertal sind Malereien sehr häufig. Im Gadertal gibt es viele Denkmäler mit Altären und den Fotos der gefallenen Soldaten. Am meisten ergriffen hat Kainz das Gefallenendenkmal in Stilfs. Das kleine Dorf hat im Zweiten Weltkrieg 102 Mitbürger verloren.<h3> Jede Zeit hat ihre Sprache</h3>Aufgefallen ist Kainz auch die unterschiedliche Sprache: Auf älteren Denkmälern werden die Gefallenen oft als Helden und Krieger bezeichnet, auf neueren Denkmälern eher als Gefallene, Kameraden oder Kriegsopfer.<BR /><BR />Die Buchvorstellung wird vom Heimatschutzverein Lana und der Schützenkompanie Franz Höfler unterstützt und findet am Freitag, den 27. März im Schützenheim in Lana, Kirchweg 3, mit Beginn um 19.30 Uhr statt. Das Südtiroler Kulturinstitut hat die Hälfte der Kosten der Publikation übernommen. Finanzielle Unterstützung kam auch von der Pfarrei und der Gemeinde Plaus, der Stiftung Südtiroler Sparkasse, der Laurin Stiftung und vom Heimatpflegeverein Naturns-Plaus.