Samstag, 01. Juni 2019

250 Stunden, um die Tür vom Schnee zu befreien

Auf 2685 Metern Höhe, im Herzen der Dolomiten, thront die Toni-Demetz-Hütte. Eigentlich ist Schnee in dieser Jahreszeit nichts Besonderes, denn schneefrei ist die Schutzhütte normalerweise erst ab August. Doch in diesem Jahr sind die Schneemengen beeindruckend, erklärt Hüttenbetreiber Heini Demetz im Gespräch mit STOL.

Hilfsmittel gibt es in dieser Höhe zum Schaufeln nicht. - Foto: Heini Demetz
Badge Local
Hilfsmittel gibt es in dieser Höhe zum Schaufeln nicht. - Foto: Heini Demetz

Die rauen Mengen an Schnee seien, auch aufgrund des starken Windes, rund um die Hütte nicht ungewöhnlich – in diesem Jahr aber schlägt die weiße Pracht alles. „Wir haben entschlossen, nur den Eingangsbereich frei zu schaufeln und in diesen Tagen dann die Sonne arbeiten zu lassen“, erklärt Heini Demetz.

Die vollkommen eingeschneite Hütte. - Foto: Heini Demetz

8 Meter hohe Schneewände

Allein die Eingangstüre war schon ein enormer Aufwand: Insgesamt 250 Stunden schaufelten rund 10 Personen, um die Türe vollständig begehbar zu machen. Das waren rund 4 Tage erinnert sich Demetz. „In 2 Wochen, am 13. Juni, werden wir aber trotzdem öffnen“, ist Demetz fest entschlossen. Im Moment gehen neben dem Eingang 8 Meter hohe Schneewände empor.

Hilfsmittel gibt es in dieser Höhe zum Schaufeln nicht: „Es bringt nicht viel – hier ist alles so eng“, erklärt der Hüttenwirt gegenüber STOL. Alles ist Handarbeit.

Die fleißigen Arbeiter. - Foto: Heini Demetz

Sogar der Lift, der die fleißigen Schneeräumer morgens zur Hütte befördert und abends wieder ins Tal fährt, musste sich erst aus den Schneemassen befreien. Deshalb mussten die Hüttenbetreiber das erste Mal in diesem Jahr auch zu Fuß gehen, um die Hütte zu erreichen.

Schnee führt zu Feuchtigkeit in der Hütte

Der Schnee sorge aber für reichlich Feuchtigkeit in der Hütte, weshalb Heini Demetz und sein Team bald mit Feuchtigkeits-Entziehern im Gebäude arbeiten werden – auch der Zugang zum Wasser ist noch schwer. Momentan schmilzt das Team Schnee, denn die Wasserquelle im Fels oberhalb der Hütte ist noch zu gefährlich, um sie zu erreichen.

Heini Demetz ist sein Leben lang auf der Toni-Demetz-Hütte, aber „an so viel Schnee könnte ich mich nicht zurückerinnern.“

stol/ape

stol