Mittwoch, 18. März 2020

2629 Sanitäter in Italien infiziert

2629 Sanitäter haben sich in Italien am Covid-19 infiziert. Das sind 8,3 Prozent aller in Italien gemeldeten Infektionsfälle, geht aus der Stiftung Gimbe hervor, die Daten des italienischen Gesundheitsinstituts ISS unter die Lupe nahm.

Zahlreiche Sanitäter kämpfen momentan beinahe rund um die Uhr gegen das Coronavirus.
Zahlreiche Sanitäter kämpfen momentan beinahe rund um die Uhr gegen das Coronavirus. - Foto: © APA (AFP) / PIERO CRUCIATTI
Die Zahl der infizierten Sanitäter sei doppelt so hoch wie in China, geht aus einer Analysen der Stiftung hervor. Die Maßnahmen zum Schutz der Sanitäter seien unzulänglich. „Wir müssen uns um diejenigen kümmern, die an der vordersten Front gegen diese Epidemie kämpfen“, so der Präsident der Stiftung Nino Cartabellotta.

Die Sterberate in Italien liege bei 7,7 Prozent und sei höher als in China. Dies sei auf das hohe Alter der italienischen Bevölkerung und auf die Tatsache zurückzuführen, dass Abstriche nur bei Menschen mit Symptomen der Coronavirus-Erkrankung durchgeführt werden. „Dies bedeutet, dass wir nur die Spitze des Eisbergs sehen“, so Cartabellotta.

Der Prozentsatz der neuen Fälle verdoppelt sich in Italien alle 5 Tage. Ein Vorteil sei, dass sich die Verbreitung der Epidemie in Mittel- und Süditalien in Grenzen halte. Dies sei auch auf das strenge Ausgangsverbot zurückzuführen, sagte Cartabellotta.

In einer Woche hat sich die Zahl der Infizierten in Italien von 10.590 auf 26.062 gesteigert, was einem Zuwachs von 146 Prozent entspricht. „Wenn es so weitergeht, werden wir in einer Woche die Schwelle von 50.000 Infizierten übertreffen“, sagte Domenico Arcuri, der Regierungskommissar, der für die Aufrüstung des italienischen Gesundheitssystems angesichts der Epidemie zuständig ist.

Außerdem betonte Arcuri: „Alle Länder müssen sich vorbereiten, auch die Industrie muss sich anpassen. Wie im Krieg muss die Industrie so rasch wie möglich das Notwendigste produzieren. Wir brauchen in den Spitälern mehr Geräte für Intensivstationen.“

apa

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