Montag, 23. März 2020

3 Ärzte auf den Philippinen an Coronavirus gestorben

Im Kampf gegen das Coronavirus sind auf den Philippinen mindestens 3 infizierte Ärzte ums Leben gekommen. Tausende Helfer behandelten Covid-19-Patienten, auch wenn es an Schutzausrüstung mangelte. Hunderte Klinikmitarbeiter mussten sich in Quarantäne begeben, berichteten die Krankenhäuser. China kämpft weiter mit „importierten“ Fällen. Südkorea verzeichnete den geringsten Tagesanstieg.

In Manila ist die Situation kritisch.
In Manila ist die Situation kritisch. - Foto: © APA (AFP) / TED ALJIBE
„Alle sind müde, aber wir haben keine Wahl, wir haben uns diese Arbeit ausgesucht“, sagte Antonio Ramos, Manager des philippinischen Lungenzentrums, am Montag. „Wir haben keine Zeit dafür, um unsere Freunde zu trauern.“ Ramos warb in einem Radiobericht um Spenden für Schutzausrüstung. Bei den meisten Stationen sei der Vorrat aufgebraucht.

In einer Klinik in der Provinz Laguna mussten sich die Ärzte und Schwestern mit Plastiksäcken als Schutz behelfen. Die drei Ärzte unter den Opfern - ein Kardiologe, ein Anästhesist und ein Onkologe - hatten sich in drei unterschiedlichen Kliniken von Manila infiziert, wie der Medizinverband der Philippinen und die Krankenhäuser mitteilten. Der südostasiatische Inselstaat hat bisher 380 Patienten mit dem Virus verzeichnet, 25 davon starben.

Das Pekinger Gesundheitskommission teilte am Montag mit, dass bei Menschen, die in das Land eingereist sind, 39 weitere Infektionen nachgewiesen wurden. Insgesamt zählt China damit bisher 353 Infektionen durch sogenannte Coronavirus-Importe. Allerdings gab es nach den offiziellen Angaben erneut keine Infektion innerhalb des Landes mehr.

9 Tote in Hubei

In der zentralchinesischen Provinz Hubei, von wo das Virus Sars-CoV-2 sich ab Ende 2019 weltweit auszubreiten begann, starben weitere neun Menschen. Auf dem chinesischen Festland sind damit nach Angaben der Gesundheitskommission 3.270 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. China als Ausgangspunkt ist mit mehr als 81.000 Infizierten weiter das am stärksten betroffene Land.

Auch Südkorea verzeichnete den geringsten Tagesanstieg von nachgewiesenen Neuinfektionen seit dem Höhepunkt Ende des vergangenen Monats. Am Sonntag seien 64 neue Fälle festgestellt worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Montag mit. Die Gesamtzahl stieg damit auf 8.961. Die Zahl der Todesfälle kletterte um sieben auf 111.

Zwar hatte sich im März nach dem Höhepunkt Ende Februar mit über 900 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden ein Abwärtstrend eingestellt. Doch Sorge bereiten den Behörden weiterhin kleinere lokale Häufungen sowie eine Zunahme von infizierten Reisenden, die im Land eintreffen. Zuletzt verzeichneten die Behörden einen starken Wechsel von an- und absteigenden Fallzahlen.

Corona-Krise in Neuseeland spitzt sich zu

In Neuseeland spitzt sich die Corona-Krise zu. Dort hat es mutmaßlich die ersten beiden Virusübertragungen innerhalb des Landes gegeben. Premierministerin Jacinda Ardern kündigte am Montag an, dass Bars, Cafes und Geschäfte für den nicht dringend notwendigen Bedarf schließen müssten. Supermärkte bleiben geöffnet. Die Zahl der bestätigten Virusfälle sprang um 33 auf 102. Ab Dienstag sind auch die Schulen geschlossen.

In Saudia-Arabien gilt mit sofortiger Wirkung eine dreiwöchige nächtliche Ausgangssperre. Diese Entscheidung habe König Salman in der Nacht auf Montag zur Eindämmung des Coronavirus getroffen, berichtete die saudische Agentur SPA. Die Ausgangssperre gelte in der Zeit zwischen 19.00 und 06.00 Uhr.

In Jerusalem wurde der Tempelberg bis auf Weiteres geschlossen. Das teilten die zuständigen Religionsbehörden mit. Die Muslime wurden in einer am Abend verbreiteten Mitteilung um Verständnis für diese Entscheidung gebeten. Sie sollten zunächst zu Hause beten. Zuvor war bereits die Al-Aksa-Moschee in Jerusalems Altstadt, die drittheiligste Stätte des Islams, geschlossen worden. Man habe als Vorsichtsmaßnahme auch den Felsendom gesperrt, hieß es.

Stadien als Krankenhäuser

Einige brasilianische Fußball-Arenen wie das legendäre Maracana-Stadion in Rio de Janeiro werden ab sofort zu Krankenhäusern umgewandelt. Der Meister Flamengo stellt das Maracana-Stadion und andere Einrichtungen den Gesundheitsbehörden zur Verfügung, damit dort Feldlazarette eingerichtet werden können, wie Club-Präsident Rodolfo Landim am Wochenende mitteilte.

Insgesamt haben bereits zwölf der 20 Clubs der ersten brasilianischen Fußball-Liga ihre Stadien für die Behandlung von Corona-Patienten bereitgestellt.

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apa

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