Die Urteile aus dem verkürzten Verfahren und ein vom Gericht abgesegneter Vergleich sind vorerst nicht rechtskräftig, die 3 Südtiroler, die auf freiem Fuß bleiben, können dagegen Rechtsmittel einlegen. <BR /><BR /> 2 Jahre und 2 Monate Haft und 2 Jahre Haft auf Bewährung: Diese Strafe hat Richter Roberto Crepaldi gestern in Mailand über 2 der Südtiroler Skater verhängt, denen vorgeworfen wurde, auf einen Stadtpolizisten in Zivil losgegangen zu sein. Für den dritten segnete der Richter einen Vergleich über 2 Jahre Haft auf Bewährung ab. <BR /><BR />Wie berichtet, wurde den Südtirolern im Alter zwischen 20 und 23 Jahren, die von den Rechtsanwälten Nicola Nettis und Antonio Buondonno bzw. Rudi Leoni vertreten wurden, Raub, Körperverletzung und Widerstand vorgehalten. Während der gerichtliche Vergleich für alle der vorgehaltenen Anklagepunkte abgeschlossen wurde, wurden die beiden anderen Südtiroler nur des Raubes für schuldig befunden. Von den Vorhaltungen des Widerstands und der Körperverletzung wurden sie hingegen freigesprochen. <h3> Jugendliche: Stadtpolizist hat sich nicht ausgewiesen</h3>Die beiden hatten von Anfang an darauf beharrt, dass sich der Stadtpolizist nicht als solcher ausgewiesen habe und sie demnach nicht gewusst hätten, dass sie es mit einem Ordnungshüter zu tun hatten. Ob der Richter dem Rechnung getragen hat, wird sich aus der Urteilsbegründung zeigen, die in 90 Tagen hinterlegt wird. <BR /><BR />Verteidiger Nettis denkt, dass es in einem Berufungsverfahren Spielraum geben könnte, auch den Vorwurf des Raubes zu entkräften. Seine Mandanten hätten die Pistole sofort etwa 200 Meter weit weg unter ein Auto geworfen – sie hätten damit nur verhindern wollen, dass der bewaffnete Mann sie oder andere gefährde. Es habe keine Absicht gegeben, sich die Waffe anzueignen – was aber eine Voraussetzung für den Straftatbestand des Raubes sei.<h3> Waffe unter ein Auto geworfen</h3>Die Mailänder Staatsanwaltschaft hatte den 3 Südtirolern zur Last gelegt, einen Ortspolizisten in Zivil, der in der Mailänder Via Fra Luca Pacioli dabei war, nächtliche Sachbeschädigungen an Autos zu dokumentieren, mit Fausthieben und Fußtritten attackiert zu haben. Auch hätten sie ihm die Waffe entrissen. Es kam zu einem Handgemenge, dabei lösten sich auch 2 Schüsse. <BR /><BR />Einer der Burschen habe die Waffe in die Höhe gehalten – möglicherweise, um in die Luft zu schießen, vermuteten zumindest die Ermittler –, doch dann habe er die Waffe unters Auto geworfen. Der Stadtpolizist, der bei dem Handgemenge leicht verletzt worden war, hatte sich als Nebenkläger zurückgezogen, nachdem er entschädigt worden war.