Dienstag, 03. November 2020

4 Todesopfer bei Anschlag in Wien – ein Täter tot

Bei dem Anschlag Montagabend in der Wiener Innenstadt sind 4 Menschen ums Leben gekommen. 4 davon sind zivile Opfer, bei ihnen handelt es sich um 2 Frauen und 2 Männer. Der 5. Tote ist ein Attentäter, der mittlerweile identifiziert wurde. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) sprach bei einer Pressekonferenz Dienstag früh von einem „Anschlag von mindestens einem islamistischen Terroristen“. Demnach war der Angreifer „Sympathisant der Terrormiliz IS“.

Die Polizei startete mit hunderten Einsatzkräften die Aufklärung der Tat. - Foto: © APA / GEORG HOCHMUTH
Die Anschlagsserie forderte auch zahlreiche Schwerverletzte. Die Behörden gehen nach wie vor davon aus, dass mehrere Attentäter an dem Angriff beteiligt waren und hielten ihre Warnungen, zuhause zu bleiben und insbesondere die Innenstadt zu meiden, aufrecht. STOL hatte berichtet.

Der getötete Angreifer trug dem Innenminister zufolge eine Attrappe eines Sprengstoffgürtels, er ist namentlich identifiziert. Der Generaldirektor für die Öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, berichtete, dass noch in der Nacht seine Wohnung mit Sprengstoff geöffnet und eine Hausdurchsuchung durchgeführt wurde.

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Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat in einem Interview mit der „ZiB Spezial“ bestätigt, dass es sich bei der Attacke in der Wiener Innenstadt Montagabend „definitiv um einen Terroranschlag“ gehandelt habe. Dieser sei „sehr professionell“ vorbereitet worden. STOL hat berichtet.

Ein Täter „neutralisiert“

7 Polizisten machten demnach am Montagabend im Zuge der Terrorattacke von ihren Dienstwaffen Gebrauch. Laut dem Wiener Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl wurde der Angreifer um 20.09 Uhr von Beamten der Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (WEGA) „neutralisiert“.

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Die Polizei rief die Bevölkerung dringend dazu auf, in den Häusern zu bleiben und nicht auf die Straßen zu gehen. Die Schulpflicht in der Bundeshauptstadt wurde für Dienstag ausgesetzt. Wenn Eltern die Kinder nicht betreuen können, können sie sie in die Bildungseinrichtung bringen.

Wiener Innenstadt ist „rote Zone“

Die Wiener Innenstadt - seit dem Terroranschlag Montagabend „rote Zone“ - ist weiterhin nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die U-Bahnlinien U1, U2, U3 und U4 halten nicht an den innerstädtischen Stationen. Mehrere Straßenbahn-und Buslinien - 1, 2, 31, D, 71 - werden umgeleitet oder kurzgeführt, teilten die Wiener Linie zum Betriebsstart 6 Uhr mit.

Der Angriff hatte gegen 20 Uhr in der Seitenstettengasse im belebten Ausgehviertel Bermuda-Dreieck begonnen, in dem kurz vor Beginn neuer Corona-Ausgangssperren und bei lauem Wetter viele Menschen unterwegs waren. Nach dem ersten Notruf bei der Polizei und dem Eintreffen der Einsatzkräfte kam es in weiterer Folge zu Schießereien zwischen der Polizei und den Tätern. Ein Polizist wurde dabei angeschossen und schwer verletzt. Laut Polizei soll es an 6 unterschiedlichen Tatorten zu Anschlägen gekommen sein.



Bis zum späteren Abend wurden 15 Verletzte in verschiedene Wiener Spitäler eingeliefert, die bei dem Anschlag verletzt worden waren, sagte Christop Mierau, Sprecher des Wiener Gesundheitsverbunds. Mehr als 10 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Großeinsatz der Polizei

Der Großeinsatz der Exekutive lief in der Nacht weiter. So waren 150 Cobra- sowie 100 Wega-Beamte im Einsatz, dazu kamen mehrere 100 Streifenpolizisten sowie Kräfte in zivil. Auch das Bundesheer wurde aktiviert. Soldaten übernahmen den gesamten Objektschutz in der Bundeshauptstadt, um die Polizei zu entlasten und Teile des Jagdkommandos wurden zur Unterstützung der Terrorismusbekämpfung bereitgestellt.

Am Dienstagmorgen gab die Polizei bekannt, dass die Wohnung des getöteten Täters durchsucht wurde. Außerdem soll es auch mehrere Festnahmen im Umfeld des Täters gegeben haben.

Ein Video zum Anschlag zeigt dramatische Szenen aus der Seitenstettengasse. Ein mit einer Langwaffe bewaffneter Mann läuft die Gasse entlang und schießt auf einen vor einem Lokal stehenden Mann, der daraufhin zusammenbricht. Kurz darauf kehrt der Täter zurück und schießt mit einer Pistole aus kurzer Distanz ein 2. Mal auf den am Boden liegenden Mann.

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Auf einem weiteren Video werden 4 Männer an der Ecke Graben/Tuchlauben mit erhobenen Händen und nacktem Oberkörper von Sicherheitskräften gestellt. Davon gibt es auch Fotos, darauf knien die Männer am Boden vor den schwer bewaffneten Spezialeinheiten, dem Anschein nach könnte es sich um Festnahmen handeln.

Die Exekutive bittet darum, Video- und Bildmaterial der Polizei zur Verfügung zu stellen, um sie zu unterstützen. Dazu wurde eine Upload-Plattform eingerichtet.

3-tägige Staatstrauer nach Anschlag


Die Regierung hat in einer Sondersitzung nach dem Terroranschlag in Wien eine 3-tägige „Staatstrauer“ beschlossen. Bis inklusive Donnerstag werden die öffentlichen Gebäude mit Trauerbeflaggung versehen. Außerdem soll es am Dienstag um 12 Uhr eine Schweigeminute geben. Auch die Schulen sollen zu Unterrichtsbeginn am Mittwoch der Todesopfer gedenken, geht aus dem Ministerratsvortrag hervor.

„Die Republik Österreich war, ist und wird immer eine Nation der Vielfalt, des Dialoges und des Respektes füreinander sein, umso mehr haben die Ereignisse vom 2. November 2020 unser Land schwer erschüttert und betroffen gemacht“, heißt es in dem Regierungsbeschluss. Mit der Staatstrauer werden die Flaggen an Bundesgebäuden auf halbmast gesetzt und die Landeshauptleute aufgefordert, dies auch in ihrem Bereich zu veranlassen.

„Minute des stillen Gedenkens“

Außerdem soll am Dienstag um 12 Uhr eine „Minute des stillen Gedenkens“ eingehalten werden. Auch die Schulen sollen zu Beginn des Unterrichts am Mittwoch eine Gedenkminute einhalten. Noch am Dienstag ist zudem eine Kranzniederlegung durch den Bundespräsidenten, die Regierung, die Nationalratspräsidenten sowie Klubobleuten der Parlamentsparteien und den Bürgermeister in der Wiener Innenstadt geplant.

Das Attentat bezeichnet die Regierung als „Anschlag auf die Freiheit und Demokratie“. Die Regierung werde mit allen verfügbaren Kräften an der weiteren Aufklärung der Situation arbeiten. Und: „Die Republik Österreich und wir als Bundesregierung werden die Freiheit, die Demokratie und die Werte unseres Zusammenlebens entschlossen und mit allen gebotenen Mitteln verteidigen. Darüber hinaus werden wir mit unseren internationalen Partnern und Freunden gemeinsam gegen Terrorismus und Extremismus ankämpfen.“

apa/stol

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