734 Paare haben sich im Vorjahr in Südtirol getrennt – 509 einvernehmlich, 225 Paare wurden gerichtlich getrennt. Geschieden wurden 505 Ehepaare (386 einvernehmlich, 119 gerichtlich). Diese Zahlen legte gestern das ASDI (Zentrum für getrennte und geschiedene Personen) vor.Zwar würden immer mehr Paare vor einer Trennung eine Mediation in Anspruch nehmen – mit dem Ergebnis, dass es in der Folge meist zu einer einvernehmlichen Trennung komme, zum Wohle der Kinder. Allerdings müsse die Mediation noch mehr gefördert werden, meinte Cirimbelli. Im Vorjahr hätten im Vergleich zu 2009 die gerichtlichen Trennungen um ganze 30 Prozent zugelegt. Auch die Anzahl der Trennungen nicht verheirateter Paare sei angestiegen.Zugenommen hat auch die Anzahl der Patchwork-Familien: Rund 12.000 gibt es derzeit in Südtirol. Im Herbst bietet das ASDI gezielt für diese neuen Familien Informationsveranstaltungen an. Cirimbelli erneuerte gestern seinen Wunsch nach einem doppelten Wohnsitz für Kinder, deren Eltern nach der Trennung das gemeinsame Sorgerecht haben. Es sei falsch, den Elternteil, bei dem das Kind nicht gemeldet sei, als Single zu behandeln. „So verliert er jedes Anrecht auf soziale Unterstützung“, kritisierte der ASDI-Direktor. Auch betonte er, wie wichtig und sinnvoll ein einheitliches Familiengericht wäre.Cirimbelli dankte der öffentlichen Verwaltung und der Stiftung Südtiroler Sparkasse für ihre Unterstützung, kritisierte jedoch die politischen Parteien, die sich bisher noch nie ein ASDI-Anliegen auf die Fahne geschrieben hätten. Heuer feiert das ASDI übrigens sein 25-jähriges Bestandsjubiläum. Im April steht der Umzug in den neuen Sitz in der Armando-Diaz-Straße an.