Freitag, 15. Mai 2020

3000 Schutzvisiere für Sanität aus Design-Werkstätten der unibz

3000 Schutzvisiere für das Sanitätspersonal haben diese Woche die Werkstätten der Fakultät für Design und Künste der Freien Universität Bozen verlassen; über das Rote Kreuz wurden sie an alle Krankenhäuser Südtirols und den Verband der Seniorenwohnheime Südtirols ausgeliefert.

Bei 80 Cent liegen die Materialkosten für ein Schutzvisier.
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Bei 80 Cent liegen die Materialkosten für ein Schutzvisier. - Foto: © unibz
3000 Schutzvisiere der unibz konnten in dieser Woche an das Sanitätspersonal verteilt werden. „In der akuten Phase der Coronakrise im März ist die Idee für Schutzschilder entstanden, nun konnte das zertifizierte Material übergeben werden“, freut sich Prof. Nitzan Cohen, Dekan der Fakultät für Design und Künste.

„Wie viele Institutionen und Betriebe haben wir uns zu Beginn der Coronakrise Gedanken darüber gemacht, wie wir unsere Expertise zusammen mit der internationalen Designgemeinschaft für kreative Lösungsansätze einbringen könnten“, umreißt Prof. Nitzan Cohen das Engagement der Fakultät für Design und Künste, der er als Dekan vorsteht.

Entstanden ist ein Schutzschild aus Polycarbonat, das von den Designern speziell entwickelt worden ist. Die Ärzte des Südtiroler Sanitätsbetriebs haben ihre Optimierungsvorschläge für die bestmögliche Funktion eingebracht, und mit Hilfe von Experten der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik haben Cohen und sein Team sichergestellt, dass die Visiere die entsprechenden Normprüfungen bestehen und schließlich die Genehmigung des INAIL erhalten.

Das individuell anpassbare Schutzvisier bietet einen maßgeblichen Zusatzschutz für Augen und Gesicht. Die Materialkosten sind sehr niedrig und liegen bei ungefähr 80 Cent pro Stück. „Wir Designer sehen uns generell als professionelle Problemlöser und freuen uns, in einer so dringlichen Angelegenheit konstruktiv mitwirken zu können“, so Cohen.

unibz übernimmt Verantwortung in Coronakrise

„Am Höhepunkt der Coronakrise in Südtirol hat die Universität auf mehreren Ebenen ihre Verantwortung wahrgenommen“, resümiert Direktor Günther Mathà. „Neben der sofortigen Umstellung auf Smart Working für das gesamte Personal und Online-Unterricht sowie -Prüfungen für Studierende und Professoren haben wir auf Bitte verschiedener Organisationen aus unseren wissenschaftlichen Labors Schutzanzüge, Handschuhe und Einweg-Labormäntel zur Verfügung gestellt. Auf die Fertigung der Schutzschilder für die Landeskrankenhäuser und Seniorenheime sind wir jedoch besonders stolz, da wir im Eiltempo ein einfaches, günstiges und absolut innovatives Produkt durch alle Zertifizierungsinstanzen gebracht haben und nun allen, die es dringend benötigen, zum reinen Selbstkostenpreis zur Verfügung stellen können.“

Bereits im März hat die Freie Universität Bozen dem Roten und Weißen Kreuz sowie dem Krankenhaus Bozen 42.500 Einweg-Handschuhe, 350 Einweg-Labormäntel und 1500 Mundschutzmasken FFP2 zur Verfügung gestellt. Das Material stammt aus den Vorräten der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik und erfolgte auf Anfrage der Organisationen.

stol

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