Donnerstag, 26. April 2018

32 Jahre Tschernobyl-Unglück

Am Donnerstag jährt sich die größte Katastrophe der Kernkraftwerks-Geschichte in der Ukraine zum 32. Mal. Im Zuge eines Versuches ist es damals zu 2 Explosionen gekommen: Bis heute leiden die Menschen der betroffenen Regionen unter der radioaktiven Verseuchung.

Das Unglück kratzte am Image der Kernkraftwerke.
Das Unglück kratzte am Image der Kernkraftwerke. - Foto: © shutterstock

Alles begann am 25. April 1986: Im Reaktorblock 4 des Atomkraftwerkes Tschernobyl startete eine Mannschaft von Arbeitern eine Versuchsreihe. Es sollte überprüft werden, ob bei einem Stromausfall die Rotationsenergie der Turbine ausreicht, um zur Überbrückung noch ausreichend Strom zu produzieren. Während des Versuches wurden das Notkühlsystem und weitere Sicherheitssysteme ausgeschaltet.

Im Rahmen der Untersuchungen musste die Leistung des Reaktors auf 25 Prozent gedrosselt werden – wider Erwarten sank die Leistung des Reaktors aber immer weiter ab. Um dagegen zu wirken versuchten die Techniker, die Leistung zu erhöhen. Daraufhin stieg die Leistung rapide an: Auf das geschätzte 100-fache der Nennleistung des Reaktors.

2 Explosionen und die totale Zerstörung 

Der immense Druck und die enormen Temperaturen führten zu einer ersten Explosion, bei der Teile des Reaktors und des 64 Meter hohen Reaktorgebäudes zerstört wurden. Der Grafitmantel des Reaktors begann zu brennen. Wenige Sekunden danach kam es zu einer zweiten Explosion. Das Feuer griff auf das Dach von Block 3 über und Unmengen an radioaktivem Material wurde in die Atmosphäre geschleudert.

Erst eineinhalb Tage nach der Katastrophe wurden die umliegenden Gebiete evakuiert. Die nur wenige Kilometer vom Unglücksort entfernte Stadt Pripjat ist heute noch eine Geisterstadt. Auch außerhalb des 30 Kilometerradius waren viele Gebiete hoch verstrahlt. Nach 1990 wurden teilweise so hohe Strahlendosen gemessen, wie im direkten Umkreis des Reaktors.

Die Kraftwerk-Katastrophe jährt sich zum 32. Mal. - Foto: Facebook/Tschernobyl 

Die enormen gesundheitlichen Folgen 

Die Katastrophe kratzte weltweit am Image der Kernkraftwerke. Bis heute leiden die Menschen in den umliegenden, betroffenen Gebieten an den Folgen der Explosionen. Schwere Erkrankungen an der Schilddrüse und eine 30 Mal so hohe Krebsrate in Weißrussland und der Ukraine sind die traurige Folge.

stol/ape

stol