Aufgrund einer schweren Dürre im Norden des Landes gab es zuletzt kaum Niederschlag, so CARE. Wasserlöcher würden austrocknen, Vieh verenden, was wiederum Familien gefährdet, deren Einkommen und Überleben von ihren Herden abhängt. Die Bevölkerung in den Bezirken Mandera, Marsabit und Turkana sei akut vom Verhungern bedroht, so die Hilfsorganisation. So sei jedes dritte Kind in der Region betroffen.<BR /><BR />Von der Dürre ist auch Dadaab, seit langem eines der größten Flüchtlingscamps der Welt mit über 400.000 Menschen, betroffen. Mehr als die Hälfte der Geflüchteten leidet laut CARE unter schwerem Hunger, 86 Prozent müssen die Anzahl täglicher Mahlzeiten reduzieren. Die Dürre treffe damit Menschen, die durch Hilfskürzungen im vergangenen Jahr bereits massiv geschwächt sind. Die Nahrungsmittelhilfe wurde um 68 Prozent gekürzt, die tägliche Wasserzuteilung halbierte sich auf zehn Liter pro Person. Die humanitäre Hilfe liege auf dem niedrigsten Niveau in Dadaabs 35-jähriger Geschichte.<BR /><BR />Die Hungerkrise in Kenia geschehe vor dem Hintergrund sinkender Finanzierung für humanitäre Hilfe. Hilfsorganisationen in der gesamten Region seien gezwungen gewesen, Nahrungsmittelhilfe, Ernährungsprogramme und medizinische Notversorgung zu kürzen - und damit genau jenen Schutzschirm abzubauen, der eine Eskalation von Hungerkrisen verhindern soll. CARE warnte, dass jede Verzögerung von Hilfsmaßnahmen und die Kürzungen sowohl menschliches Leid als auch die Kosten der Hilfe erhöhen. „Darauf zu warten, dass die Hungersituation katastrophale Ausmaße annimmt, bevor gehandelt wird, ist unvorstellbar“, sagte Getrude Misango, CARE-Länderdirektorin in Kenia.<BR /><BR />Die Hilfsorganisation ist nach eigenen Angaben seit Jahrzehnten in der Region aktiv. Mit lokalen Partnern setzt CARE Bohrlöcher, Leitungen und solarbetriebene Wassersysteme instand. Kinder unter fünf Jahren sowie schwangere und stillende Frauen werden auf Mangelernährung untersucht und gezielt versorgt. Außerdem kümmert sich die Hilfsorganisation um sichere Räume und Schutzmaßnahmen vor Ausbeutung und Gewalt für Frauen und Mädchen.<BR /><BR />(S E R V I C E - weitere Informationen und Spenden unter www.care.at )