Montag, 05. November 2018

34 Unwettertote seit Anfang Oktober in Italien

Italien hat nach den schweren Unwettern, die vor allem in den vergangenen Tagen im Norden und Süden des Landes schwere Schäden angerichtet haben, Bilanz gezogen. Seit dem 5. Oktober sind 34 Personen bei Erdrutschen und Überschwemmungen oder durch Windböen ums Leben gekommen, berichtete die römische Tageszeitung „Il Fatto quotidiano” am Montag.

Verwüstungen richteten Überflutungen auf Sizilien an. - Foto: APA (AFP)
Verwüstungen richteten Überflutungen auf Sizilien an. - Foto: APA (AFP)

Nach zwölf Todesopfern auf Sizilien am Wochenende wurde noch nach einem Vermissten in Corleone nahe Palermo gesucht. Der 40-jährige Arzt war mit seinem Auto auf dem Weg zum Dienst in ein Krankenhaus gewesen, als er von den Wassermassen eines über die Ufer getretenen Flusses weggerissen wurde. Der Wagen wurde inmitten des Schlamms gefunden, berichteten Medien. Von dem Mann fehlte noch jede Spur.

Sizilien bereitete sich inzwischen auf die Trauerfeier für neun Mitglieder einer Familie vor, die am Samstag in einem überschwemmten Landhaus in Casteldaccia nahe Palermo ums Leben gekommen sind. Die Familie aus Palermo hatte das Wochenende in dem gemieteten Gebäude verbracht. Der Bach Milicia trat nach schweren Regenfällen am Samstagabend über die Ufer und flutete das Haus mit Wasser und Schlamm. Unter den Toten waren auch Kinder. Die Trauerzeremonie ist am Dienstag in der Kathedrale von Palermo geplant.

Unwetter hielten unterdessen Süditalien weiter im Würgegriff. Neue heftige Regenfälle wurden auf Sizilien und Sardinien gemeldet. Wegen Überschwemmungen in Kalabrien wurde die regionale Bahnlinie zwischen Catanzaro und Crotone gesperrt.

Bei den schweren Unwettern im Raum von Tarvis ist der österreichisch-ungarische Soldatenfriedhof von Valbruna beschädigt worden. Bis zu 30 Meter hohe Bäume stürzten infolge heftiger Winde um und zerstörten die Grabsteine des „Heldenfriedhofes”, wo 179 gefallenen Soldaten des österreichisch-ungarischen Reichs begraben sind, berichtete ein Sprecher des Verbands der Berg- und Naturführer (AIGAE).

Die Gemeinde Malborghetto Valbruna, in der sich der Friedhof befindet, bemüht sich um die Entfernung der Bäume. Auf dem Friedhof, um den sich das österreichische Schwarze Kreuz in Zusammenarbeit mit der italienischen Alpini-Vereinigung ANA kümmert, sind Soldaten begraben, die im Ersten Weltkrieg in den umliegenden Bergen gefallen sind.

Wegen der Unwetter stürzten mehrere Bäume im unteren Teil des Saisera Tals um. Die Schäden hielten sich jedoch in Grenzen und seien nicht mit den Verwüstungen im Dolomiten-Raum Belluno vergleichbar, berichtete AIGAE-Sprecher Fulvio Pisani im Gespräch mit der APA. Das Holz der Bäume des Saisera Tals ist unter Instrumentenbauern äußerst beliebt. Es gilt als äußerst widerstandsfähig und trägt dazu bei, dass sich der Klang optimal entfalten kann.

apa

stol