Dienstag, 05. September 2017

4-Jährige aus Trient stirbt an Malaria

Ein 4-jähriges Mädchen aus Trient ist in einem Krankenhaus in Brescia an Malaria gestorben.

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Foto: © shutterstock

Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa in Berufung auf die Onlineausgabe der Tageszeitung „Trentino“ berichtet, sei das Mädchen am Montag in äußerst schlechtem Gesundheitszustand ins Krankenhaus nach Brescia gebracht worden, wo es eine auf tropische Krankheiten spezialisierte Abteilung gibt.

Doch auch dort konnten die Ärzte nichts mehr für das Mädchen tun: Sie starb in der Nacht auf Dienstag. Vermutlich ging die Infektion von einem Mückenstich aus. 

Mädchen war nie in Malaria-gefährdetem Gebiet

Das Ungewöhnliche ist jedoch, dass das Mädchen nach Angaben ihrer Eltern noch nie ein Malaria-gefährdetes Land bereist hätte. Die Familie war kurz zuvor lediglich auf Strandurlaub in Bibione gewesen. In Italien hingegen kommt die Mücke, die Malaria überträgt, nicht vor.

Nicht mehr zumindest: Bis in die 1950er-Jahre war Italien durchaus ein Malaria-gefährdetes Land. Die Trockenlegung der Sümpfe im Süden brachte die Ausrottung von Malaria mit sich. Das im hohen Norden des Landes gelegene Trentino war jedoch auch in dieser Zeit eigentlich nicht von der Tropenkrankheit betroffen.

Übertragung von Person zu Person?

Ebenfalls Teil der Ermittlungen ist eine kurze Zeit um Mariä Himmelfahrt, die das Mädchen in der Pädiatrie im Santa Clara in Trient verbracht hat. Gemeinsam mit dem Mädchen waren laut „Trentino“ damals auch zwei Kinder mit Malaria stationiert: Sie hatten sich bei einer Afrikareise infiziert, sind jedoch mittlerweile genesen. 

Ob ein Zusammenhang besteht, ist derzeit nicht klar: Malaria wird äußerst selten von Person zu Person übertragen, die Infizierung geschieht meist über Mückenstiche. 

Allerdings gibt es seltene Sonderformen der Infektion außerhalb eines Endemiegebietes, die Flughafen- oder Baggage-Malaria genannt werden. Dabei erfolgt die Infektion durch importierte infektiöse Mücken im Reisegepäck, im Flugzeug, auf einem Flughafen oder in dessen unmittelbarer Umgebung. Das Gesundheitsministerium hat Experten damit beauftragt, den Ansteckungsweg zu klären.

Das 4-jährige Mädchen war am Samstag mit hohem Fieber ins Krankenhaus von Trient gebracht worden, am Montag folgte die Überstellung nach Brescia.

stol/apa

stol