Montag, 24. August 2020

4 Jahre nach Erdbeben – Nächtliche Mahnwache in Amatrice

Mit einer Mahnwache und einer Gedenkzeremonie hat die Kleinstadt Amatrice am Montag der Erdbebenkatastrophe vor 4 Jahren gedacht. In der Gegend in Mittelitalien starben am 24. August 2016 insgesamt 299 Menschen, davon 249 allein in Amatrice. Um exakt 3.36 Uhr, zu dieser Zeit hatte damals die Erde gebebt, läuteten in Amatrice die Glocken. Dabei wurden die Namen der Todesopfer verlesen.

4 Jahre nach dem Erdbeben liegt Amatrice noch immer großteils in Trümmern. Der Wiederaufbau schreitet nur langsam voran.
4 Jahre nach dem Erdbeben liegt Amatrice noch immer großteils in Trümmern. Der Wiederaufbau schreitet nur langsam voran. - Foto: © ANSA / MASSIMO PERCOSSI / Z49
Für jedes Opfer gab es einen Glockenschlag. Der nächtliche Fackelzug, der in den vergangenen Jahren am Jahrestag des Erdbebens stattgefunden hatte, wurde diesmal wegen der Coronavirus-Epidemie mit einer nächtlichen Mahnwache in einem Sportzentrum ersetzt ( STOL hat berichtet).

Amatrice noch immer großteils in Trümmern

An der Gedenkzeremonie im Beisein der Familien und Freunde der Opfer nahm auch der italienische Premier Giuseppe Conte teil. Er versprach den vollen Einsatz seiner Regierung für den Wiederaufbau, der nur schleppend vorankommt. 4 Jahre nach dem Beben der Stärke 6,0 liegt Amatrice noch immer großteils in Trümmern.

„Trotz beträchtlicher Einsatzes kommt der Wiederaufbau der zerstörten Gemeinden nur mit Mühe voran, unter anderem wegen vieler Schwierigkeiten bürokratischer Natur“, schrieb der italienische Präsident Sergio Mattarella in einer Botschaft an die vom Erdbeben betroffenen Gemeinschaften. Er forderte von der Regierung mehr Effizienz und Entschlossenheit beim Wiederaufbau.

Erdbeben das verheerendste der letzten 100 Jahre in Italien

Am 24. August 2016 begann in der mittelitalienischen Region eine Erdbebenserie, die ganze Ortschaften verwüstete. Zehntausende Menschen wurden obdachlos. Die Schäden der Naturkatastrophe wurden mit 23 Milliarden Euro beziffert. Das italienische Institut für Geologie und Vulkanologie (INGV) bezeichnete das Erdbeben von Amatrice als das verheerendste der vergangenen 100 Jahre im Land.

138 Gemeinden sind in Mittelitalien bei den 3 Erdbeben zerstört worden, die Italien am 24. August 2016, am 30. Oktober 2016 und am 18. Jänner 2017 erschüttert haben. 73.000 Gebäude wurden als einsturzgefährdet eingestuft. 10.000 Anfragen auf öffentliche Beiträge für den Wiederaufbau wurden eingereicht. Italien wird immer wieder von Erdbeben heimgesucht.

apa

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