400 Meter lang und 40 Millionen Euro teuer: Das sind nur einige Eckdaten eines Verkehrs-Großprojektes im Bundesland Tirol, das sich auch auf den Vinschgau und darüber hinaus auswirken wird. <BR />Es geht um die Finstermünz-Durchfahrt, die in den vergangenen Jahren sehr oft von Steinschlägen behindert worden ist. Die kurvenreiche Strecke zwischen Nauders und Pfunds wird von steilen Berghängen gesäumt, von dort gehen immer wieder Steine auf die Fahrbahn nieder. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1017000_image" /></div> <BR /><BR />Nun errichtet das Land Tirol eine Steinschlagschutzgalerie. „Der Abschnitt zwischen der Tschingelsgalerie und der Kanzelkehre auf der B 180 Reschenstraße ist ein neuralgischer Bereich“, erklärt das Baubezirksamt Imst. „Aus dem steilen, felsigen und labilen Gelände oberhalb der Straße brechen immer wieder Gesteinsbrocken aus, die teils auch die vorhandenen Steinschlagschutznetze durchbrechen. Mit zunehmenden Wetterextremen haben diese Ereignisse in den vergangenen Jahren zugenommen.“ <h3>Straße bleibt auch mit Galerie eng und kurvig</h3>Daher beginnen im September die Arbeiten zum Bau der 400 Meter langen Kanzelgalerie, die Fertigstellung sei für Ende 2026 geplant. „Mit dem Bau der Kanzelgalerie erhöhen wir die Verkehrssicherheit maßgeblich. Sperren aufgrund von Block- oder Felsstürzen sowie für Felsräumarbeiten sollen nach Fertigstellung der Galerie in diesem Bereich der Vergangenheit angehören. Die B 180 Reschenstraße bleibt trotz der zahlreichen Maßnahmen aber eine sensible Passstraße mit äußerst beengten Verhältnissen“, wird Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler zitiert.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1017003_image" /></div> <BR /><BR />Vor Baubeginn müsse Fels abgetragen und die bestehenden Steinschlagschutznetze auf einer Länge von 800 Metern versetzt werden. „Wir gehen davon aus, dass wir in den kritischen Abtragsbereichen in großer Höhe über der B 180 rund 8500 Kubikmeter Fels, das entspricht 1000 Lkw-Ladungen, abräumen müssen, um die Arbeitssicherheit zu gewährleisten und in weiterer Folge das Galeriebauwerk errichten“, erklärt Günter Guglberger, Leiter des Sachgebiets Brücken- und Tunnelbau. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse und der Gefahrenlage sei eine Sperre der Straße unausweichlich. <h3> Megaprojekt mit viel Stahl und Beton</h3>Man bittet um Verständnis für die Verkehrsbehinderungen, verweist aber auf die Notwendigkeit der Bauarbeiten. Es handle sich um „eines der anspruchsvollsten Bauprojekte Tirols“, 2300 Tonnen Baustahl und 16.000 Kubikmeter Beton würden verbaut. Auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern bedarf es zusätzlicher Sicherungsmaßnahmen durch Felsvernetzungen und Spritzbeton. Die Kosten für die Kanzelgalerie werden rund 40 Millionen Euro betragen.