Gefunden wurden die verendeten Rauchschwalben im Schnee auf einem Berg oberhalb von Kurzras in Schnals. Sie lagen alle regungslos auf einer Fläche, die nur einige Quadratmeter groß war. „Wahrscheinlich wurden sie bei ihrem Zug Richtung Norden von der Kälte überrascht und sind erfroren“, sagt der Vogelexperte Florian Gamper. <BR /><BR />Rauchschwalben sind Zugvögel, die den Winter im Süden verbringen, wo es wärmer ist, und dann im Frühjahr wieder Richtung Mitteleuropa fliegen, wo sie brüten. Einige auch in Südtirol. „Schwalben brüten dort, wo sie selbst aufgewachsen sind. Die gefundenen Exemplare in Schnals wollten vielleicht nach Deutschland“, sagt Gamper.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1023678_image" /></div> <BR /><h3> Wintereinbruch im April wird zur Falle</h3>„Auf ihrem Weg dorthin mussten sie über den Alpenhauptkamm und wurden dann von den winterlichen Verhältnissen, die im April in Südtirol herrschten, überrascht. Wegen des starken Nordföhns war es für sie wohl nicht möglich, über die Berge zu fliegen. Sie haben sich verkalkuliert und sind in den Tod geflogen“, erklärt Gamper. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1023681_image" /></div> <BR /><BR /><BR />Grund für die Fehleinschätzung der Vögel könnte auch ihre mangelnde Erfahrung sein. Da sie nicht alt werden und es in den vergangenen Jahren im April immer wärmer war, hätten die älteren Leitvögel, die den Schwarm anführten, ihre Gefolgschaft in den sicheren Tod geführt. <h3> „Dieser April war für Vogelwelt eine Katastrophe“</h3>„Dieser winterliche April war für die Vogelwelt eine Katastrophe. Einige Arten brüten derzeit schon und haben es nicht leicht, Futter zu finden, während andere bei ihrem Zug erfroren. Wahrscheinlich sind im April noch viele weitere Vögel verendet. Anders als in Schnals werden sie aber nie gefunden“, sagt Gamper.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1023684_image" /></div> <BR /><BR /><BR />Das Massensterben sei besonders tragisch, da Vögel es auf der Welt zunehmend schwer haben und ihre Populationen ständig abnehmen. „Vor allem Vögel, die sich nur von Insekten ernähren, haben es besonders hart, weil es immer weniger Insekten gibt“, so der Vogelexperte.<BR /><BR />Die 40 toten Exemplare in Schnals würden sich jetzt nicht merklich auf die Population auswirken, trotzdem hätte beinahe jede Rauchschwalbe 4 bis 5 Nachkommen haben können. „Dort, wo diese Schwalben gebrütet hätten, werden die Leute sagen: ,Heuer sind die Schwalben nicht gekommen‘“, sagt Gamper.