Freitag, 17. August 2018

4,6 Millionen Europäer sagen ihre Meinung zur Sommerzeit

Bei der EU-Umfrage zu einer möglichen Abschaffung der Sommerzeit sind nach Angaben der EU-Kommission mehr als 4,6 Millionen Antworten eingegangen. Dies sei im Vergleich zu anderen öffentlichen Befragungen ein Rekord, sagte ein Sprecher der Brüsseler Behörde am Freitag.

Die Brüsseler Behörde entscheidet, ob sie einen Vorschlag zur Abschaffung der Zeitumstellung vorlegt oder nicht.
Die Brüsseler Behörde entscheidet, ob sie einen Vorschlag zur Abschaffung der Zeitumstellung vorlegt oder nicht. - Foto: © shutterstock

Das Ergebnis werde in den kommenden Wochen veröffentlicht. Die Befragung hatte am 4. Juli begonnen und in der Nacht zum Freitag zu Ende gegangen.
Die EU-Kommission prüft derzeit Forderungen nach einer Abschaffung der umstrittenen Zeitumstellung. Dazu hatte das Europaparlament sie im Februar aufgefordert. Seit 1996 stellen die Menschen in allen EU-Ländern die Uhren am letzten Sonntag im März eine Stunde vor und am letzten Oktober-Sonntag wieder eine Stunde zurück. Eigentlich soll das Tageslicht besser genutzt und dadurch Energie gespart werden. Der tatsächliche Nutzen ist jedoch höchst umstritten.

Zeitumstellung ade? Wie es nach dem Rekord der EU-Umfrage weitergeht

EU-Kommission will noch Studien und Meinungen in Entscheidung. Auf Grundlage der Ergebnisse sowie anderer Studien und Meinungen will die Brüsseler Behörde entscheiden, ob sie einen Vorschlag zur Abschaffung der Zeitumstellung vorlegt. Sollte die Zeitumstellung in der EU abgeschafft werden, könnte jedes Land für sich entscheiden, ob es dauerhaft die Sommer- oder Winterzeit haben will.

Gegner der Zeitumstellung 

Sie argumentieren, dass tatsächlich keine Energie gespart wird. Mediziner sehen zudem Risiken für die Gesundheit. Empfindsame Menschen könnten Probleme mit dem Hin und Her haben – samt Schlafstörungen und Appetitlosigkeit. Die EU-Kommission betont indes, es lägen noch keine eindeutigen Erkenntnisse „über die Gesamtwirkung auf die Gesundheit“ vor. Kritiker führen auch wirtschaftliche Folgen, etwa für Landwirte, auf. Diese Befürchtungen dürften laut EU-Kommission dank neuer Technologie jedoch „weitgehend gegenstandslos geworden sein“.

Wie spät es ist, ist in der EU nicht einheitlich

Unabhängig von der Sommer- und Winterzeit gibt es in der EU drei Zeitzonen. In Italien und 16 weiteren Staaten herrscht die gleiche Uhrzeit (MEZ, Mitteleuropäische Zeit) – unter ihnen sind Deutschland, die Niederlande, Belgien, Dänemark, Frankreich, Österreich, Kroatien, Polen und Spanien. Acht Länder (Bulgarien, Estland, Finnland, Griechenland, Lettland, Litauen, Rumänien und Zypern) sind eine Stunde voraus (OEZ, Osteuropäische Zeit), drei Staaten eine Stunde zurück (Irland, Portugal und Großbritannien; WEZ, Westeuropäische Zeit). Die Entscheidung über die Standardzeit ist eine nationale Angelegenheit und würde von einer Abschaffung der Zeitumstellung nicht berührt.

apa/dpa 

stol