Freitag, 22. April 2016

46.500 Ausländer leben offiziell in Südtirol

Die Zahl der Ausländer im Land nimmt seit zwei Jahrzehnten kontinuierlich zu. Doch während früher die Zuwanderung dafür verantwortlich war, sind es jetzt die Geburten (ganze 744 im Vorjahr). Derzeit sind offizell 46.454 ausländische Staatsbürger in Südtirol ansässig. Ein Überblick:

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Im Jahr 2015 bleibt der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung Südtirols mit 8,9% unverändert.

Diese Quote liegt über dem gesamtstaatlichen Durchschnitt von 8,3%, jedoch unter jenem Mittel- und Norditaliens, wo 85% der ansässigen Ausländer leben.

Im Schnitt leben in der Europäischen Union 6,9% Menschen, die einem anderen Staat angehören als jenem, in dem sie wohnen. In Österreich, Irland und Belgien hat der Anteil an Staatsfremden die 10%-Marke schon überschritten (Eurostat, 2014)

Am meisten in Bozen, aber auch in kleinen Dörfern

Zu Jahresbeginn 2016 lebte in der Landeshauptstadt mit 15.289 Personen etwa ein Drittel aller in Südtirol ansässigen Ausländer. In Meran sind es 6.184 (13,3%) und in Brixen 2.141 (4,6%). Insgesamt haben 29.036 (62,5%) ausländische Staatsbürger in einer der sieben Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern ihren festen Wohnsitz.

Betrachtet man den prozentuellen Anteil der ausländischen an der gesamten Wohnbevölkerung in den einzelnen Gemeinden, weisen neben Bozen (14,4%) und Meran (15,7%) auch einige kleinere Ortschaften einen beträchtlichen Wert auf. Dabei handelt es sich um Franzensfeste (25,7%), Salurn (21,7%), Brenner (16,4%), Waidbruck (15,5%) und Mühlbach (11,6%).

Unregelmäßiger Anstieg

Ende 1996 waren es etwa 9.500 Menschen, womit sich der Bestand der ausländischen Wohnbevölkerung in den letzten zwei Jahrzehnten in etwa verfünffacht hat.

Das relative Wachstum verlief jedoch unregelmäßig. Während bis Mitte der 90er-Jahre eine langsame, aber konstante Zunahme zu beobachten war, fiel der jährliche Zuwachs in den Jahren um die Jahrtausendwende mit rund 10% geringer aus, um ab 2003 wieder deutlicher anzusteigen.

Der Höhepunkt wurde mit einem Plus von 16% im Jahr 2007 erreicht. Das ist das Jahr, in dem Bulgarien und Rumänien der EU beitraten und in Italien die Neuregelung des freien Niederlassungsrechts der EU-Bürger rechtskräftig wurde.
Zudem konnten zahlreiche illegale Einwanderer in dieser Zeit ihren Rechtsstatus sanieren. 

Mit dem darauf folgenden Einsetzen der Wirtschaftskrise ist die jährliche Zunahme wieder unter 10% gefallen.

Mehr Kinder und weniger Todesfälle als bei den Südtirolern

War in den vergangenen Jahrzehnten vor allem die Migrationskomponente für das Anwachsen der Ausländerpopulation verantwortlich, wird es nunmehr vom natürlichen Wachstum bestimmt. Die ausländische Wohnbevölkerung erfreut sich einer regen Geburtenentwicklung.

Während in den 90-er Jahren jährlich etwas über 100 Kinder ausländischer Nationalität zur Welt kamen, beträgt die Zahl der Neugeborenen im Jahr 2015 744.

Eine Ausländerin bringt im Laufe ihres Lebens im Schnitt 2,4 Kinder zur Welt, bei den einheimischen Frauen liegt die Gesamtfruchtbarkeitsziffer bei 1,6 Kindern. 
Strukturbedingt ist auch die geringe Mortalität. Im Schnitt sterben etwa 100 ansässige Ausländer pro Jahr, 2015 waren es 120. Somit liegt die Sterberate bei 2,6 Todesfällen je 1.000 Einwohner, während sie im Vergleich dazu bei den Inländern 8,9‰ beträgt.

Zahlreiche Ausländer sind unverheiratet und leben allein

Insgesamt sind 62,7% der in Südtirol ansässigen Ausländer ledig. Hauptgrund dafür ist der hohe Anteil an Kindern und Jugendlichen: 36,7% der Unverheirateten sind nämlich jünger als 20.

Eingebürgerte und Illegale zählen nicht

Zur ausländischen Wohnbevölkerung zählen alle meldeamtlich erfassten Personen, die nicht im Besitz der italienischen Staatsbürgerschaft sind. 
Diejenigen hingegen, die im Laufe der Zeit eingebürgert worden sind - das sind nahezu 10.000 Personen im vergangenen Zehnjahreszeitraum - gelten in jeder Hinsicht als Inländer. In der Ausländerstatistik werden sie nicht mehr berücksichtigt, ebenso wenig wie illegal Eingereiste ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung. 

stol

stol