Mittwoch, 07. Oktober 2020

47 Einbrüche: Fahndung nach drittem Mann

Die Carabinieri sind nach der Verhaftung von 2 Männern, die für eine beispiellose Einbruchserie verantwortlich sein sollen, einem dritten Tatverdächtigen auf der Spur.

Auf den Balkon geklettert, Fenster geknackt: So kamen die Täter ins Haus.
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Auf den Balkon geklettert, Fenster geknackt: So kamen die Täter ins Haus. - Foto: © dpa-tmn / Frank Rumpenhorst
Die beiden Männer, die verdächtigt werden, einer Einbrecherbande anzugehören, der die Carabinieri jetzt das Handwerk gelegt haben, schweigen.

Indes läuft die Fahndung nach einem dritten Mann, der einer der Köpfe der Bande sein soll, auf Hochtouren. Die Beweislast gegen die Tatverdächtigen wiegt schwer.

Im Gefängnis von Verona wurden der Moldawier (36) und der Albaner (26) dem U-Richter für das Garantieverhör vorgeführt. Die beiden zogen es vor, sich nicht zu äußern – und bleiben hinter Gittern. Im Gefängnis dürfte in Kürze auch der dritte Mann landen, gegen den ein Haftbefehl vorliegt. Nach dem albanischen Staatsbürger (25) wird gefahndet, die Carabinieri sind ihm bereits auf der Spur.

Wie berichtet, hatten die Carabinieri den Moldawier und den Albaner Donnerstag Früh verhaftet, 3 mutmaßliche Komplizinnen wurden auf freiem Fuße angezeigt. Allen wird zur Last gelegt, einer Bande anzugehören, die mindestens 47 Wohnungseinbrüche in Südtirol und im Trentino verübt hat.

Einbrecher verrieten sich durch Fluchtauto

Die Frauen sollen das Diebesgut gehortet und weiter verkauft haben. Vom Erlös hätten die Einbrecher selbst gelebt, aber auch Geld nach Albanien geschickt.

Die beiden Albaner waren den Ermittlungen zufolge die Drahtzieher der Bande, sie hätten geplant, organisiert und seien in den meisten Fällen auch diejenigen gewesen, die die Einbrüche verübt hätten. Der Moldawier soll vornehmlich als „Chauffeur“ fungiert haben.

Und gerade das Fluchtauto, mit dem die Täter sich aus der Provinz Verona nach Südtirol und ins Trentino begaben, hat sie verraten.

Die Carabinieri haben sämtliche Aufnahmen von Überwachungskameras in der Nähe der Tatorte bzw. auf dem Weg dorthin gesichtet. Dabei fiel ihnen schon bald ein Alfa Romeo auf, der auf allen Filmen zu sehen und dessen hinteres Kennzeichen nicht beleuchtet war.

Auf einigen Aufnahmen waren auch die Tatverdächtigen selbst zu erkennen, beispielsweise bei einer Raststätte. Mittels GPS-Überwachung und Abhörungen konnten die Carabinieri ein lückenloses Bild über alle Schritte der Tatverdächtigen zeichnen.

Bis zu 9 Mal an einem Tag eingebrochen

Entsprechend schwer wiegt das Beweismaterial. Von Jänner bis Anfang März schlug die Bande 6 Mal am selben Tag in Bruneck zu, 9 Mal in Pfalzen, 3 Mal in Partschins, in Andrian, Nals, erneut 4 Mal in Bruneck, 3 Mal in Eppan, 3 Mal in Neumarkt, in Tisens und 3 Mal in Andrian.

Nach der Lockdown-Zwangspause suchte die Bande ab Ende Mai hauptsächlich Orte im Trentino heim, schlug aber auch in Südtirol noch mehrfach zu. Nur in wenigen Fällen mussten die Täter mit leeren Händen abziehen, als die Alarmanlage losging. Und einmal flüchteten sie, als sie von der Wohnungsbesitzerin auf frischer Tat beim Wühlen in ihren Schränken ertappt wurden.

rc