Mittwoch, 20. Juni 2018

48.000 Ausländer aus 139 Nationen leben in Südtirol

Der Ausländeranteil an Südtirols Gesamtbevölkerung lag zu Jahresende 2017 bei 9,1 Ausländern je 100 Einwohner. Die ausländische Wohnbevölkerung stammt größtenteils aus Europa, ist jung und lebt vorzugsweise in den Städten. Ausländer weisen eine überdurchschnittlich hohe Geburtenrate und eine relativ geringe Sterberate auf, während die Wanderungsbilanz im Jahr 2017 zum ersten Mal seit drei Jahren wieder positiv ausfällt. Dies ergeben die amtlichen Bevölkerungsdaten des Landesinstituts für Statistik

Die ausländische Wohnbevölkerung Südtirols ist im Jahr 2017 um 2,6 Prozent gewachsen. Zu Jahresende umfasste sie 48.000 Ausländer aus 139 Nationen.
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Die ausländische Wohnbevölkerung Südtirols ist im Jahr 2017 um 2,6 Prozent gewachsen. Zu Jahresende umfasste sie 48.000 Ausländer aus 139 Nationen.

Die ausländische Wohnbevölkerung Südtirols ist im Jahr 2017 also um 2,6 Prozent gewachsen. Zu Jahresende 2017 umfasste sie 48.000 Ausländer aus 139 Nationen. 

Wer zählt als Ausländer?

Zur ausländischen Wohnbevölkerung zählen alle meldeamtlich erfassten Personen, die nicht im Besitz der italienischen Staatsbürgerschaft sind. Diese können einem oder eventuell mehreren anderen Staaten angehören. Auch Staatenlose sind Staatsfremde und damit den Ausländern rechtlich gleichgestellt. Diejenigen hingegen, die im Laufe der Zeit eingebürgert worden sind - das sind rund 16.700 Personen in den vergangenen 20 Jahren - gelten in jeder Hinsicht als Inländer.

In der Ausländerstatistik werden sie nicht mehr berücksichtigt, genauso wenig wie Personen aus Nicht-EU-Staaten, die sich ohne gültigen Rechtstitel auf italienischem Staatsgebiet aufhalten.

Ausländische Bevölkerung stammt größtenteils aus Europa

Die ausländische Wohnbevölkerung stammt größtenteils aus Europa, ist jung und lebt vorzugsweise in den Städten.

16.108, ein Drittel aller in Südtirol ansässigen Ausländer, gehören einem der Mitgliedstaaten der Europäischen Union an, fast 40 Prozent davon einem Land des deutschsprachigen Raums. Rund 30 Prozent entfällt auf die europäischen Staaten, die nicht zur EU zählen, während 18,7 Prozent der Ausländer aus Asien und 13,5 Prozent aus Afrika stammen.

In der Rangliste der Herkunftsländer nimmt Albanien mit rund 5.400 Personen den ersten Platz ein. Es folgen Deutschland mit etwa 4.400 und Pakistan sowie Marokko mit je 3.400 Personen. Zusammen stellen diese vier Gruppen zwei Drittel aller Einwohner ausländischer Nationalität.

Man kann davon ausgehen, dass mindestens 35 Prozent aller Einwanderer Muslime sind und rund 6 Prozent einer orientalischen Religion angehören. Immerhin leben rund 17.700 Menschen hier, die aus islamisch geprägten Ländern stammen, und knapp 3.000 aus Indien, China, Japan und Südostasien.

Ausländer-Anteil an Gesamtbevölkerung: 9 Prozent

Während bis Mitte der 1990er-Jahre eine langsame, aber konstante Zunahme zu beobachten war, fiel der jährliche Zuwachs in den Jahren um die Jahrtausendwende mit rund 10 Prozent geringer aus, um ab 2003 wieder deutlicher anzusteigen. Der Höhepunkt wurde mit einem Plus von 16 Prozent im Jahr 2007 erreicht. Im Jahr 2017 liegt der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung Südtirols bei knapp über 9 Prozent.

Dieser Wert übersteigt sowohl die Ausländerquote Italiens, die im Jahr 2016 bei 8,3 Prozent lag, als auch den EU-Durchschnitt von 7,6 Prozent. In Südtirol ist der Ausländeranteil in Franzensfeste mit 25,3 Prozent, in Salurn mit 21 Prozent und in Waidbruck mit 18 Prozent am höchsten, so das ASTAT. 

stol

stol