Dass die Ausländer den Einheimischen die Wohnungen wegnähmen, ist eine landläufige Meinung, die vor allem von den Rechtsparteien gerne verbreitet wird – doch sie stimmt nicht, denn sie haben eine eigene Rangordnung. Die Landesregierung legt jedes Jahr die Quoten fest, die bei Wohnbauförderung und Sozialwohnungen an sie gehen, so auch letzten Freitag.<h3> Zahl errechnet sich aus gewichtetem Schlüssel</h3>Demnach werden heuer 334 Wobi-Wohnungen zugewiesen, von denen 49 (12,78 Prozent) an Nicht-EU-Bürger gehen. Diese Zahl errechnet sich aus einem gewichteten Schlüssel zwischen ihrem Anteil an der Bevölkerung (7,47 Prozent), Bedarf (fast 29 Prozent der Gesuche mit mindestens 25 Punkten kamen von Nicht-EU-Bürgern) und der Zuweisung aus dem letzten Jahr. Die Quote für die Nicht-EU-Bürger ist seit Jahren konstant. Sie schwankte in den letzten fünf Jahren zwischen 11,85 und 13,12 Prozent. Je nachdem, wie viele Unterkünfte insgesamt bereitstehen, entspricht dies 42 bis 52 Wohnungen – und heuer 49. Wer als Nicht-EU-Bürger eine Wobi-Wohnung will, muss fünf Jahre Wohnsitz und drei Jahre Arbeitsplatz im Lande aufweisen.<BR /><BR />Nicht-EU-Bürger brauchen günstige Mietwohnungen, stellen aber kaum Anträge auf Bau, Kauf oder Sanierung von Eigentumswohnungen. Dementsprechend gering fällt ihr Anteil an den insgesamt 33,9 Millionen Euro aus, welche die Landesregierung für diesen Teil der Wohnbauförderung bereitstellt: 2,2 Millionen Euro und damit 6,5 Prozent, Tendenz über die Jahre leicht steigend. Der Löwenanteil des Kuchens geht mit 31,7 Millionen Euro (93,5 Prozent) aber weiter an EU-Bürger.