60 Jahre danach lud kürzlich die Vereinigung der ehemaligen Carabinieri zu einem Abend nach St. Christina. Hier wurde in Anwesenheit des Zeitzeugen Giuseppe Vazza der Film „Vajont“ von Renzo Martinelli gezeigt. Anschließend gab es noch ein aufschlussreiches Gespräch mit Vazza, der 1963 die Tragödie als einer von Wenigen überlebt hatte.<h3> Warnungen ignoriert</h3>Schlamperei, Sturheit und Vertuschung führten im besagten Herbst zu der Katastrophe. Trotz aller Beteuerungen namhafter Geologen hatte man im engen Vajont-Tal, an der Grenze zwischen Venetien und dem Friaul, den weltgrößten Staudamm gebaut und hinterher das Tal um Erto und Casso geflutet. Warnungen, die Hänge des Toc-Berges seien sehr unstabil, wurden mehrheitlich ignoriert, der Bevölkerung immer wieder versichert, man habe alles im Griff.<BR /><BR /><embed id="dtext86-61653960_gallery" /><BR /><BR />Doch in der Nacht (es war genau um 22.39 Uhr) rutschte die ungeheuerliche Masse von 270 Millionen Kubikmetern Gestein, Geröll und Erde vom Toc in den Wasserspeicher, verursachte eine gigantische Welle, die Erto und Casso wegblies wie Herbstlaub. Dann schob sich eine Welle auch über die Krone des Staudammes und fiel mit ungeheuerlicher Wucht auf die darunter liegende Ortschaft Longarone. In weniger als 4 Minuten war der Ort ausradiert, nahezu 2000 Tote waren zu beklagen, wobei man manche Menschen gar nicht mehr auffinden konnte.<BR /><BR /><embed id="dtext86-61653859_listbox" /><BR /><BR />Der 2001 entstandene Film wurde von sehr vielen Zusehern interessiert verfolgt und beeindruckte sie stark. Noch eindrucksvoller war danach das Gespräch mit Giuseppe Vazza, der damals überlebte, weil er es rechtzeitig geschafft hatte, einen höheren Ort zu erreichen, so dass er und wenige andere (Vazza sprach von 50 Personen) verschont wurden. <BR /><BR />Noch heute bebt im jetzt 90-jährigen die Emotion innerlich hoch, auch weil er – und das ist der einzige Punkt, der eher fragwürdig ist – behauptet, die Katastrophe sei absichtlich hervorgerufen worden.<BR /><BR />Ganz gewiss ist hier zu sagen, dass alles vermeidbar gewesen wäre, hätte man den sachlichen Studien – es gab in der Gegend schon eine noch aus altösterreichischer Zeit – Gehör geschenkt hätte.<BR /><BR />