Samstag, 11. September 2021

5 Männer in Marmolada-Südwand in Not – Nächtlicher Einsatz für Aiut Alpin

In der Nacht auf Samstag mussten die Rettungskräfte 5 Bergsteigern an der Marmolada-Südwand zu Hilfe eilen. Auch der Notarzthubschrauber Aiut Alpin stand – wie sehr häufig bei Bergunfällen in den vergangenen Tagen – im Einsatz.

Die Bergsteiger wurden vom Aiut Alpin mittels Seilwinde aus der Wand gerettet. (Archivbild)
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Die Bergsteiger wurden vom Aiut Alpin mittels Seilwinde aus der Wand gerettet. (Archivbild) - Foto: © C.D.Fotografie
2 Slowaken (Jahrgang 1952 und 1956) und 3 Tschechen (2 Jahrgang 1989 und einer Jahrgang 1967) waren auf der Don Quijote-Route in Schwierigkeiten geraten.

Sie befanden sich auf der drittletzten Seillänge, in einer Höhe von etwa 3100 Metern über dem Meeresspiegel, als sie aufgrund der Dunkelheit nicht mehr weiter kamen. Um kurz vor 21 Uhr setzten sie den Notruf ab.

Weil aufgrund starken Windes der Trientner Notarzthubschrauber nicht von Trient aus starten konnte, wurde der Südtiroler Notarzthubschrauber Aiut Alpin Dolomites angefordert. In Canazei nahm er einen Hubschraubertechniker und einen Bergretter an Bord.

Als das Rettungsteam die Stelle erreichte, wurde der Retter mittels Seilwinde zu den 5 Bergsteigern hinunter gelassen, welche anschließend mit drei Winden zu je 40 Metern aus der Wand gerettet und gegen 1 Uhr unversehrt an Bord des Aiut Alpin gebracht werden konnten.

Zahlreiche Einsätze in den vergangenen Tagen

Wie der Aiut Alpin außerdem mitteilt, wurde die Hilfe des roten Notarzt-Helis in der vergangenen Woche häufig gebraucht. Hier die getätigten Einsätze.

Vergangene Woche wurde der Aiut Alpin Dolomites in die Langkofelgruppe gerufen, um 2 jungen Österreichern, die in Bergnot geraten waren, zu Hilfe zu kommen. Sie hatten offenbar die Route verfehlt und waren nicht mehr weitergekommen. Mit der Seilwinde wurden beide geborgen und auf das Sellajoch geflogen.

Ein ähnlicher Einsatz erfolgte in der Langkofel-Nordwand: im letzten Abschnitt, auf ca. 3000 Höhenmeter, mussten 2 Südtiroler Alpinisten, ein 60-jähriger Mann und seine 51-jährige Begleiterin, die erschöpft und völlig durchnässt nicht mehr weiter kamen, geborgen werden. Auch sie wurden mittels 30-Meter-Seil aus der Wand gehievt und in der Nähe der Comici-Hütte abgesetzt.

Zahlreiche weitere Bergunfälle

Ein weiterer Bergunfall hat sich letzte Woche am Langkofel zugetragen. In der Nordost-Wand ist ein Kletterer 20 Meter ins Seil gestürzt. Sowohl er als auch sein Kamerad, der ihn gesichert hat, zogen sich dabei schwere Verletzungen zu. Beide wurden mit 30-Meter-Seil geborgen und nach Bozen ins Krankenhaus geflogen.

Auch Wanderern wurde letzte Woche wiederholt Erste Hilfe geleistet. Oberhalb der Scotoni-Hütte ist eine 47-jährige Frau aus Lucca ausgerutscht und hat sich am Knöchel verletzt. Der Hubschrauber konnte gleich oberhalb der Unfallstelle landen, die Frau an Bord nehmen und ins Brunecker Krankenhaus fliegen.

Auch im letzten Abschnitt des Val Setus-Tals hat sich eine 50 Jahre alte Wanderin aus San Benedetto einen Knöchel verrenkt. Sie wurde mit der Seilwinde geborgen und nach Corvara gebracht.

Im Gebiet des Sas dla Crusc im Gadertal musste ein älteres Ehepaar aus Rom geborgen werden. Beide waren gestürzt und hatten sich verletzt. Sie wurden nach Bruneck ins Krankenhaus geflogen. Im Einsatz standen in diesem Fall auch Männer der Gadertaler Bergrettung.

Immer im Gadertal, diesmal in der Nähe der Bioch-Hütte, ist eine 50-jährige Touristin aus Genua auf dem Steig ausgerutscht und hat sich einen Beinbruch zugezogen. Die Männer der Bergrettung, die zunächst vor Ort waren, haben den Einsatz der Flugrettung beantragt, weil die Frau derart starke Schmerzen hatte, dass eine bodengebundene Bergung äußerst schwierig gewesen wäre.

Mehrere medizinische Notfälle

Wegen eines medizinischen Notfalls wurde der Notarzt des Aiut Alpin auf die Zallinger Alm gerufen. Die 3 Frauen, die den Notruf abgesetzt hatten, konnten zunächst nicht ausfindig gemacht werden. Man fand sie schließlich auf der Piza da Uridl-Spitze. Die Wanderinnen hatten vorgehabt, die Langkofelgruppe zu umrunden, als eine der dreien mit Atemproblemen zu kämpfen hatte und nicht mehr in der Lage war, die Tour fortzusetzen. Sie wurde geborgen und nach Brixen ins Krankenhaus geflogen, während man den beiden Freundinnen riet, den Abstieg über Monte Pana nach St. Christina zu Fuß vorzunehmen.

Eine 45 Jahre alte Frau mit Nierenkoliken wurde von Corvara nach Bruneck ins dortige Krankenhaus geflogen.

Auf der Stevia-Hütte wurde der Aiut Alpin zu einem jungen Mann mit einer Medikamentenvergiftung gerufen. Er wurde ins Brixner Krankenhaus geflogen.

In Stern im Gadertal haben die Sanitäter des Weißen Kreuzes für einen 42-jährigen Herzpatienten den Rettungshubschrauber beantragt. Die Maschine konnte auf dem Sportplatz landen, den Patienten von der Ambulanz übernehmen und nach Bozen fliegen.

stol/vs

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