Montag, 29. Mai 2017

5 Unfälle am Tag, einer von 50 tödlich

Nach einem leichten Abwärtstrend steigt die Kurve in Sachen Unfälle in Südtirol mit Verletzten und Toten laut dem Landesinstitut für Statistik Astat wieder nach oben: 2016 passierten rund 1.750 Unfälle dieser Art - durchschnittlich also fast 5 pro Tag.

Im Jahr 2016 sind rund 1750 Unfälle auf Südtirols Straßen passiert.
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Im Jahr 2016 sind rund 1750 Unfälle auf Südtirols Straßen passiert. - Foto: © shutterstock

Die Zahl der getöteten Personen im Vorjahr belief sich auf 38, jene der Verletzten auf 2.293.

Fast 50 Prozent aller Unfälle ereigneten sich dabei im Ortsbereich, dabei wurden etwa 1000 Personen verletzt, 7 starben. Die geringe Sterberate bei diesen Unfällen könnte laut den Experten des Astat auf die niedrige Fahrgeschwindigkeit zurückzuführen sein, die im Ortsbereich gilt (30 bis 50 Stundenkilometer).

Auf den Landes- und Staatsstraßen geschahen zwar etwas weniger Unfälle (rund 40 Prozent), diese gingen aber häufiger tödlich aus: Die Hälfte der Verkehrstoten, die im vergangenen Jahr zu beklagen waren, verloren auf diesen Straßen ihr Leben (20 Tote).

Ebenso weniger Unfälle wurden auf den Gemeindestraßen außerhalb der Ortschaften (81 Unfälle) und auf der Autobahn (83 Unfälle) registriert, auch deshalb, weil das Straßennetz kleiner ist. Das Sterberisiko war aber in beiden Fällen hoch. „Die Zahl der Verletzten lag bei 102 (Gemeindestraßen) und 133 (Autobahn). 5 Tote gab es auf diesen Gemeindestraßen und 6 auf der Autobahn“, so die Experten des Astat.

Das durchschnittliche Sterberisiko auf den Südtiroler Straßen betrug 2,2 Tote je 100 Unfälle und ist gegenüber dem Vorjahr gleich geblieben.

Pkw-Unfälle im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen

Im Jahr 2016 wurden bei Verkehrsunfällen 239 Fußgänger in Mitleidenschaft gezogen: 231 wurden verletzt und 8 getötet. Fast 40 Prozent der verunglückten Fußgänger waren Senioren mit 65 oder mehr Jahren, 15,5 Prozent Jugendliche unter 18.

324 verunglückten mit einem Fahrrad, unter ihnen gab es sechs Tote. 479 der Verunglückten waren mit einem Motorrad oder Moped unterwegs (darunter waren acht Tote) und 1.136 verunglückten mit einem PKW (darunter 12 Tote).

666 Führerscheine entzogen - vor allem Männern

Im Jahr 2016 wurden 666 Führerscheine wegen Trunkenheit am Steuer eingezogen. 2008 waren es noch 1.160 eingezogene Führerscheine wegen Trunkenheit. Damals wurden dann die betreffenden Artikel der Straßenverkehrsordnung verschärft und sogar die Beschlagnahmung des Fahrzeuges bei einigen Vergehen vorgesehen.

2016 wurde nach Jahren des Rückgangs wieder ein Anstieg bei den eingezogenen Führerscheinen um 10,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr registriert, zurückzuführen vor allem auf die zentralen Altersklassen (40-49 Jahre).

Der durchschnittliche im Rahmen von Polizeikontrollen festgestellte Alkoholspiegel bei Fahrern, denen der Führerschein entzogen wurde, lag im Jahr 2016 bei 1,4 Promille, berichten die Experten des Astat. Von allen wegen Trunkenheit eingezogenen Führerscheinen wurden 594 (89,2 Prozent) Männern abgenommen und nur 72 (10,8 Prozent) Frauen.

Im Jahr 2016 wurden auch 47 Führerscheine (davon 45 bei Männern) wegen des Fahrens unter Einfluss von Drogen eingezogen. Es wurden hierbei hauptsächlich Cannabinoide nachgewiesen.

stol

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