Es war gegen 3 Uhr in der Früh, als die Carabinieri einen Mann aufhalten wollten. Als der Mann die Beamten bemerkte, wechselte er sofort die Richtung, warf ein hellblaues Säckchen auf den Boden und begann zu laufen. <BR /><BR />Die Carabinieri konnten den Mann einholen. Da er sich nicht ausweisen konnte, wurde er mit auf die Wache genommen. Auch das auf den Boden geworfene Säckchen konnten die Beamten sicherstellen: Es enthielt knapp 20 Gramm Kokain.<BR /><BR />Auf der Wache wurde dem 50-jährigen Rittner übel. Wahrscheinlich hatte er zu viel Kokain geschnupft. Der Fluchtversuch hatte die Wirkung dann wahrscheinlich noch verstärkt, da das Kokain so schneller in den Kreislauf kam. „Es sah danach aus, als müsste er gleich sterben“, schreiben die Carabinieri in einer Aussendung. <BR /><BR />Die Beamten alarmierten daraufhin sofort das Krankenhaus. Der 50-Jähriger wurde eingeliefert und unter Beobachtung gestellt. <BR /><BR /><b>„Drogenkonsum in Südtirol alarmierend</b>“<BR /><BR />Der Drogenkonsum in Südtirol habe ein alarmierendes Niveau erreicht, schreiben die Carabinieri in der Aussendung. Im ersten Halbjahr 2022 meldeten allein die Carabinieri dem Regierungskommissariat 182 Personen als drogenabhängig, darunter ein großer Teil Minderjährige. 8 wurden wegen Fahrens unter Drogeneinfluss angezeigt. <BR /><BR />Auch bei der Bekämpfung des Drogenhandels waren die Carabinieri im Einsatz: 63 Fälle von Drogenhandel wurden gemeldet, 46 Personen wurden auf freiem Fuß angezeigt und 6 Personen wurden festgenommen.<BR /><BR /> Es wurden mehr als 2 Kilogramm Kokain, fast 11 Kilogramm Marihuana und Haschisch sowie fast 2 Kilogramm Briefmarken und Tabletten mit LSD, Ecstasy und anderen verschiedenen, äußerst gefährlichen Drogen wie Ketamin, GBL und ähnlichen Stoffen sichergestellt. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs, da nur sehr wenige Menschen geschnappt werden.<BR /><BR />Die Carabinieri sind zusammen mit den anderen Polizeikräften für die Bekämpfung des illegalen Drogenhandels zuständig, aber es ist klar, dass Strafen nicht ausreichen, schreiben die Carabinieri. Sie versuchen auch, die Jugendlichen von den Schäden zu überzeugen, die Drogen sowohl für die Menschen als auch für die Gesellschaft anrichten. Trotzdem reiche das auch nicht, so die Aussendung der Carabinieri. Es gebe immer noch viele, die zu Drogen greifen, um die innere Leere zu füllen.