Dienstag, 25. Februar 2020

50 Nashörner in 10 Monaten in Botswana von Wilderern getötet

In Botswana ist die Zahl der durch Wilderer getöteten Nashörner nach Regierungsangaben in „alarmierendem Maß“ gestiegen. In den vergangenen 10 Monaten seien mindestens 46 Tiere im Moremi-Wildreservat im Norden des Landes getötet worden, erklärte ein Regierungsvertreter am Montag. Das entspricht fast zehn Prozent der Gesamtpopulation in Botswana.

Wilderer haben es besonders auf die Hörner der Nashörner abgesehen.
Wilderer haben es besonders auf die Hörner der Nashörner abgesehen. - Foto: © Tourism KwaZulu-Natal
Der starke Anstieg sei „besorgniserregend und ungewöhnlich“, sagte der Regierungsvertreter. Betroffen seien sowohl das Spitzmaulnashorn als auch das Breitmaulnashorn. Die Wilderer seien zudem „sehr organisiert“ vorgegangen.

Der Tierschutzorganisation Save the Rhino zufolge leben in Botswana noch 500 Nashörner – die meisten im Grasland des nördlichen Okavango-Deltas, wo auch das Moremi-Wildreservat liegt. In dem südafrikanischen Staat stehen die Tiere eigentlich unter Artenschutz.

Nashorn-Population insgesamt stark dezimiert

Von den zahlreichen Nashörnern, die einst die Kontinente Asien und Afrika durchstreiften, sind heute nicht mehr viele übrig. Ihre Population wurde durch Wilderei und den Verlust natürlicher Lebensräume stark dezimiert. In Afrika leben mittlerweile insgesamt weniger als 25.000 Tiere in freier Wildbahn. Rund 5.000 von ihnen sind Spitzmaulnashörner.

In Botswanas Nachbarland Südafrika, wo 80 Prozent des weltweiten Nashornbestands leben, wurden im vergangenen Jahr 594 Nashörner von Wilderern getötet – dort waren es glücklicherweise 23 Prozent weniger als im Vorjahr. In den vergangenen 10 Jahren beläuft sich die Zahl der getöteten Tiere dort aber dennoch auf mehr als 7.100.

Am Schwarzmarkt sehr ertragreich

Die begehrten Hörner der Tiere sind sehr wertvoll und bringen auf dem Schwarzmarkt bis zu 55.000 Euro pro Kilo ein. Sie bestehen wie etwa menschliche Fingernägel zwar nur aus Keratin, dennoch gelten sie in der traditionellen Medizin als Heilmittel. Außerdem werden die Hörner auch als Trophäen gehandelt, die als Sinnbild für Reichtum und Erfolg gelten.

apa/afp

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