Donnerstag, 14. November 2019

500 Einsätze in 48 Stunden – 138 Freiwillige Feuerwehren im Einsatz

2 Tage nach Beginn des verheerenden Wintereinbruchs in Südtirol liegen 1. Zahlen und Fakten der Freiwilligen Feuerwehren vor. Vorgelegt wurden alle Daten am Donnerstag bei der Sitzung der Landesleitstelle für Bevölkerungsschutz.

(v.l.) Präsident Wolfram Gapp und Direktor Christoph Oberhollenzer (Landesverband Freiwillige Feuerwehren), Arzt Günther Mitterhofer (LNZ), Adriano Fedrizzi (Terna), Margherita Toth (Regierungskommissariat).
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(v.l.) Präsident Wolfram Gapp und Direktor Christoph Oberhollenzer (Landesverband Freiwillige Feuerwehren), Arzt Günther Mitterhofer (LNZ), Adriano Fedrizzi (Terna), Margherita Toth (Regierungskommissariat). - Foto: © LPA / maja clara

500 Einsätze, legte der stellvertretende Kommandant der Berufsfeuerwehr Andrea Lazzarotto vor, wurden in den vergangenen 2 Tagen von der Landesnotrufzentrale disponiert. Bis 17 Uhr (Donnerstag) waren 16.000 Abnehmer der Stadtwerke Bruneck ohne Strom, seit diesem Zeitpunkt wurde die Stromversorgung nach und nach wieder hergestellt. 2000 Abnehmer von Edyna waren um 18 Uhr ohne Strom. 2 Notstromaggregate der Berufsfeuerwehr zu je 400 Kilowatt wurden dem Krankenhaus Bruneck und dem nahegelegenen Altersheim zur Verfügung gestellt. Von Innichen wurden 50 Feldbetten angefordert.

Während der Sitzung, gab Adriano Fedrizzi vom Energieversorgungsunternehmen Terna wieder, gelang es, eine der 2 beschädigten Hauptleitungen im Pustertal wieder herzustellen. 2 Hauptleitungen - ausgehend von Brixen und von Toblach - waren am Mittwoch wegen umstürzender Bäume dermaßen stark beschädigt worden, dass die Stromversorgung ausfiel. Die Reparaturen konnten am Mittwoch nicht durchgeführt werden, auch, weil Hubschrauberflüge nicht möglich waren.

138 Freiwillige Feuerwehren im Einsatz

138 Freiwillige Feuerwehren, also die Hälfte der Südtiroler Wehren, standen in den vergangenen 48 Stunden im Einsatz, erklärte der Präsident des Landesverbandes der Freiwilligen Feuerwehren Wolfram Gapp. Die Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehren sind dort besetzt, wo die Telefonie oder die Stromversorgung ausgefallen sind.

Der Sanitätsmodus in der Landesnotrufzentrale, referierte der Arzt Günther Mitterhofer, ist wieder in den Normalzustand übergegangen. Betreuungszüge stehen in Bereitschaft.

Die Bevölkerung wird darum ersucht, nicht die Einheitliche Notrufnummer 112 anzurufen, um sich über die Lage zu informieren, damit der reguläre Betrieb in der Einheitlichen Notrufzentrale nicht beeinträchtigt wird.

Lawinengefahr Stufe 4


Wie Dieter Peterlin vom Landeswetterdienst in der Landesleitstelle zusammenfasste, werden die Schneefälle in der Nacht auf Freitag einsetzen und tagsüber mit bis zu 70 Zentimetern besonders ergiebig ausfallen. Der Schwerpunkt verschiebt sich nach Westen, ins Ultental und Passeiertal. Die Lawinengefahr wird deutlich ansteigen und wahrscheinlich die Stufe 4 erreichen.

Bei einem Verkehrsgipfel im Regierungskommissariat, berichtete Viceprefetto Margherita Toth, wurde beschlossen, die Fahrspuren auf der Brennerautobahn Donnerstag ab 21 Uhr ab San Michele all'Adige Richtung Südtirol auf eine Fahrspur zu reduzieren, um das Verkehrsaufkommen zu drosseln, ein 2. Puffer wird beim Parkplatz Sadobre in Freienfeld eingerichtet.

Wie der Direktor der Abteilung Straßendienst Philipp Sicher darlegte, kann der Verkehr auf Südtirols Straßen derzeit grundsätzlich fließen. Die prekäre Situation auf Südtirols Straßen im Osten des Landes entstand nicht so sehr wegen des Schneefalls, sondern vielmehr durch umgestürzte Bäume. Keine Straßen müssen aus heutiger Sicht präventiv gesperrt werden.

Die Pustertaler Bahnlinie, fasste Landesverkehrsmeldezentrale-Koordinator Markus Rauch die Lage zusammen, ist zwar wieder in Betrieb, aber stark reduziert. Ein Busersatzdienst wurde eingerichtet, mit Verzögerungen ist jedoch zu rechnen.

„Wir werden“, betonte Bevölkerungsschutzlandesrat Arnold Schuler, „alles tun, um die Sicherheit und die Versorgung der Bevölkerung zu garantieren“. Moderiert vom Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz Rudolf Pollinger wurde die Lage in Südtirol nach den jüngsten Ereignissen und angesichts der bevorstehenden ergiebigen Niederschläge besprochen, weshalb die Bewertungskommission im Landeswarnzentrum wegen des mäßig bis hohen hydrogeologischen Gefahrenpotentials den Zivilschutzstatus Bravo (Voralarm) ausgerufen hat.

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lpa