Mittwoch, 23. Dezember 2020

500 Italiener fordern Entschädigung nach Tod von Angehörigen

500 Bürger der Lombardei fordern von der Regierung in Rom, sowie von der Region Lombardei eine Entschädigung in Höhe von insgesamt 100 Millionen Euro wegen des Todes ihrer Angehörigen am oder mit dem Coronavirus.

Nach dem Corona-Tod ihrer Angehörigen fordern 500 Bürger aus der Lombardei Entschädigung von der Regierung.
Nach dem Corona-Tod ihrer Angehörigen fordern 500 Bürger aus der Lombardei Entschädigung von der Regierung. - Foto: © shutterstock
Die Kläger werfen den Behörden vor, wegen Fahrlässigkeit und Inkompetenz für zahlreiche Todesfälle verantwortlich zu sein, berichtete die Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Mittwochausgabe).

Die Kläger beziehen sich auf Untersuchungen der Staatsanwälte der lombardischen Stadt Bergamo, bei denen es vor allem um das mögliche Versäumnis der Regierung geht, im Frühjahr besonders betroffene Gebiete in der Provinz Bergamo nicht als sogenannte Rote Zonen abgeschottet zu haben, um so die Ausbreitung des Virus zu stoppen.

Die Behörden werden unter anderem beschuldigt, die Gemeinden Nembro und Alzano Lombardo bei Bergamo Anfang März nicht zur Sperrzone erklärt zu haben, obwohl dort zahlreiche Todesopfer und Infektionsfälle gemeldet worden waren. Weil diese beiden Gemeinden nicht abgeriegelt wurden, habe sich die Infektion in der ganzen Region Lombardei stark verbreitet, lautet der Vorwurf.

Mit fast 70.000 Coronavirus-Todesopfern zählt Italien zu den von der Pandemie am stärksten betroffenen Ländern der Welt.

apa