Samstag, 21. September 2019

500 Jahre Pfarrturm Bozen: „Fühle mich eng verbunden“

Der Bozner Pfarrturm, Wahrzeichen der Talferstädter, feiert heuer seinen 500. Geburtstag. Das spätgotische Bauwerk wurde von Hans Lutz von Schussenried 1519 fertiggestellt. Im Zweiten Weltkrieg wurde es von Fliegerangriffen beschädigt, besonders arg aber setzte das schwere Erdbeben 1976 im Friaul dem Pfarrturm zu. Die Bozner Bürgerschaft blieb aber nicht untätig und gründete eine Bürgerinitiative, um den Pfarrturm vor dem Verfall zu retten.

Der Pfarrturm in Bozen feiert seinen 500. Geburtstag.
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Der Pfarrturm in Bozen feiert seinen 500. Geburtstag. - Foto: © D

Die „Dolomiten“ haben mit dem damaligen Präsidenten der „Aktion Bozner Pfarrturm“, Michl Ebner, gesprochen.

„Dolomiten“: Herr Ebner, Sie waren als Präsident der Bürgerinitiative „Aktion Bozner Pfarrturm“ federführend tätig. Wie und wann ist es zur Gründung gekommen?

Michl Ebner: Es war im Jahr 1976, als ein verheerendes Erdbeben im Friaul schwere Schäden anrichtete, auch der Pfarrturm wurde dabei nicht verschont. Der damalige Dekan Josef Rier sah sich nicht in der Lage, weder organisatorisch noch finanziell, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und so haben sich mehrere beherzte Bozner Bürger diesem Anliegen gewidmet und die „Aktion Bozner Pfarrturm“ ins Leben gerufen.

„D“: Sie selbst waren noch sehr jung, Mitte Zwanzig, befanden sich noch in Ihrer Studienzeit. Was hat Sie damals bewogen, sich für den Pfarrturm einzusetzen?

Ebner: Ja, es stimmt, ich war gerade 24 Jahre alt, habe nach meiner Matura zu arbeiten begonnen und nebenbei noch mein Universitätsstudium absolviert. Aber die Rettung des Bozner Pfarrturms hat mich von Anfang an fasziniert, ich hatte zur Pfarre stets einen engen Bezug und auch für unsere Familie stand der Dom immer im Mittelpunkt. In Unwissenheit dessen, was auf mich zukam, habe ich deshalb zugesagt, die Präsidentschaft der „Aktion Bozner Pfarrturm“ zu übernehmen.

„D“: Welche waren die größten bzw. aufwendigsten Schäden und wie ist man diesen begegnet?

Ebner: Der erste offensichtliche Schaden, der auf das erwähnte Erdbeben zurückzuführen war, bestand in einer Fiale größeren Ausmaßes, die herabgestürzt war. Der Turm selbst, das wurde erst später ersichtlich, war arg in Mitleidenschaft gezogen, er wies Verschleiß- und Zersetzungserscheinungen auf, so dass es notwendig war, sofort einzugreifen, um größere Schäden abzuwenden.

D/pka

Das vollständige Interview und weitere Hintergründe sowie das Programm zu den Festlichkeiten gibt es in der aktuellen Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

stol