Montag, 20. April 2020

Mann in Polizeiuniform richtet Blutbad in Kanada an

Beim blutigsten Schusswaffenangriff der jüngeren kanadischen Geschichte sind mindestens 17 Menschen von einem 51-jährigen Mann getötet worden. Der Täter selbst wurde nach einer rund zwölfstündigen Verfolgungsjagd am Sonntag in der östlichen Provinz Nova Scotia von Polizisten erschossen. Das Motiv seiner Bluttat lag zunächst noch im Dunkeln.

Das Motiv der Tat ist weiter unklar.
Das Motiv der Tat ist weiter unklar. - Foto: © APA/afp / TIM KROCHAK
Die Einsatzkräfte waren am Samstagabend (Ortszeit) zu dem Dorf Portapique gerufen worden, nachdem der Mann dort um sich geschossen hatte. Vor und in einem Haus in der Gemeinde rund hundert Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Halifax fanden die Polizisten mehrere Leichen.

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Danach begann eine Verfolgungsjagd, die in mehrere andere Gemeinden der Provinz führte und in deren Verlauf die Einsatzkräfte auf mehrere Gebäude stießen, die in Flammen standen, wie der Chef der Polizeibehörde RCMP in Nova Scotia, Chris Leather, mitteilte. Am Sonntagvormittag erfolgte dann der Zugriff, in dessen Verlauf der 51-Jährige erschossen wurde.

Für seine Flucht benutzte der Täter mehrere Fahrzeuge. Einem davon sei das Aussehen eines Polizeifahrzeugs verliehen worden, sagte Leather. Auch habe der Täter offenbar Teile einer Polizeiuniform getragen. Während der Verfolgungsjagd hatte die Polizei die Bevölkerung mehrfach vor dem Mann gewarnt, der kein Polizist sowie „bewaffnet und gefährlich“ sei.

Beim mutmaßlichen Täter soll es sich um den 51-jährigen Gabriel Wortman handeln. Das Motiv des Täters wurde zunächst noch untersucht. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gebe es nicht, sagte die nationale RCMP-Chefin Brenda Lucki dem Sender CBC. Wortman war von Beruf Zahntechniker. Seine Opfer habe er zumindest teilweise anscheinend zufällig ausgewählt, sagte Leather. Unter den Todesopfern ist auch eine 23-jährige Polizistin. Ein anderer Polizist wurde verletzt.



Schusswaffenangriffe mit mehreren Toten sind in Kanada deutlich seltener als in den USA. Die Waffengesetze sind in Kanada deutlich strikter als im Nachbarland. Der in den vergangenen Jahrzehnten schlimmste Schusswaffenangriff in Kanada ereignete sich 1989 in Montreal. Dort erschoss damals ein junger Mann an der Polytechnischen Hochschule 14 Frauen, bevor er sich selbst tötete.

apa/stol