Die Bozner Staatsanwaltschaft hat jetzt die Ermittlungen abgeschlossen. In beiden Fällen dürfte der erschwerende Umstand zum Tragen kommen, dass „die Tat an Sachen begangen wurde, die notwendigerweise, gewohnheitsmäßig oder bestimmungsgemäß der Öffentlichkeit zugänglich sind bzw. der öffentlichen Verehrung dienen“ (Art. 625 des italienischen Strafgesetzbuches).Die „private Kleidersammlung“ war am ersten Novemberwochenende in Brixen über die Bühne gegangen. Ein Anrainer hatte einen Kleinlaster bemerkt, auf den zwei Männer die gelben Säcke luden, die am Gehsteig für die Caritas bereit standen. Die Carabinieri hielten den Laster auf und zeigten die Verdächtigen – zwei Einwanderer – an. Sie sollen erklärt haben, sie hätten gedacht, jeder könne die Säcke mitnehmen. Der Verdacht der Ermittler ist aber, dass die Männer möglicherweise vorhatten, die Kleider zu verkaufen. Der zweite Fall hat sich auf einem Friedhof nahe Bozen zugetragen. Über Wochen waren dort Kerzen von den Gräbern verschwunden. Schließlich legten sich die Carabineri in der Nacht auf Allerheiligen auf die Lauer. Gegen sieben Uhr früh ertappten sie einen 70-Jährigen, wie er sich mit Kerzen davonmachen wollte. Bei der Hausdurchsuchung fanden die Beamten dann über 100 Kerzen, die alle vom Friedhof stammen sollen.rc/D