Donnerstag, 29. April 2021

5753 Mitarbeiter in Sanität und Altersheim nicht geimpft

Obwohl sie Kranke und Alte betreuen, ist mit 5753 von 20.000 jeder vierte Mitarbeiter in Sanität, Seniorenheimen, Sozialdiensten und konventionierten Privatkliniken nicht geimpft.

Andere möchten gerne, doch beim Gesundheitspersonal will jeder Vierte nicht geimpft werden.
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Andere möchten gerne, doch beim Gesundheitspersonal will jeder Vierte nicht geimpft werden. - Foto: © shutterstock
Mit 1474 entfällt auf den Sanitätsbetrieb nur knapp ein Viertel davon, die meisten sind in den Altersheimen zu finden, doch jetzt geht es in Sachen Draghi-Dekret Schlag auf Schlag. Mit ersten Suspendierungen vom Dienst ist Mitte Mai zu rechnen.

Das Draghi-Dekret ist am 2. April in Kraft getreten. Es sieht vor, dass Mitarbeiter in sozio-sanitären Berufen, Altersheimen, Apotheken und konventionierten Kliniken in niedere Positionen versetzt oder bis Jahresende ohne Bezahlung vom Job suspendiert werden – wenn sie nicht gegen Covid geimpft sind.

In der Folge hatten die Arbeitgeber die Verzeichnisse ihrer rund 20.000 Mitarbeiter an das Land geschickt. Dieses wiederum musste aus dem Impfregister jene Angestellten herausfiltern, die noch nicht geimpft sind und die Liste an den Sanitätsbetrieb weiterleiten.

Dies ist gestern Nachmittag geschehen und bringt – angesichts der Tatsache, dass sich letzthin doch einige hatten impfen lassen – wenig Erfreuliches zu Tage. Nach wie vor sind 5753 Mitarbeiter (28 Prozent) ohne Impfschutz – das ist jeder Vierte. Allerdings sind mit 1474 nur ein Viertel der Betroffenen beim Sanitätsbetrieb angestellt, wo mittlerweile 75 Prozent der Mitarbeiter geimpft sind. Der größte Anteil, so hieß es gestern beim Sanitätsbetrieb, entfalle auf die Mitarbeiter in Seniorenheimen.

Aufforderung zur Stellungnahme

Wie geht es jetzt weiter? In den kommenden Tagen erhalten alle Betroffenen mit Pec-Adresse vom Sanitätsbetrieb eine Pec-Mail; alle anderen einen eingeschriebenen Brief. Sie enthält eine Aufforderung zur Stellungnahme, sprich zur Begründung, warum die Impfung nicht erfolgt ist. Für diese Stellungnahme sind 5 Tage vorgesehen. Die möglichen Begründungen sind laut vorgegebenem Formular 4: 1) in der Zwischenzeit geimpft, 2) in der Zwischenzeit einen Impftermin, 3) medizinische Gründe, 4) Arbeitsstelle ohne Kontakt mit anderen Personen.

Wer keine Begründung liefert, erhält vom Sanitätsbetrieb eine letzte Einladung, sich an einem vorgegebenen Termin der Impfung zu unterziehen. Wird dieser Termin nicht genützt, so erfolgt nach 3 Tagen die offizielle Mitteilung des Sanitätsbetriebs an Betroffene, ihre Arbeitgeber und die Berufskammern. „Letztere haben dann laut Gesetz die Suspendierung von der Berufskammer vorzunehmen“, sagt Marco Capello, der Leiter des Rechtsamtes des Sanitätsbetriebes. Erst dann wird laut Draghi-Dekret nach möglichen anderen Jobs ohne Personenkontakt für sie gesucht. Allzu viele Möglichkeiten gibt es aber nicht. Mit den ersten Suspendierungen ist Mitte Mai zu rechnen.

Während Landesrätin Waltraud Deeg am Dienstag im Tagblatt „Dolomiten“ schon erste Aufnahmestopps in Pflege- und Seniorenstrukturen angekündigt hat, bleibt die Pflegedirektorin des Sanitätsbetriebs gelassen. „Wir sollten erst einmal abwarten, wie viele Nicht-Geimpfte am Ende der Prozedur übrig bleiben“, so Marianne Siller. Danach werde man die Sache handhaben wie oft in Covid-Zeiten: „Essenzielle Dienste garantieren und in anderen Bereichen die Kräfte bündeln, um das Beste daraus zu machen.“


bv

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