Freitag, 06. März 2020

63 positive Coronavirus-Tests in Österreich

„Mittlerweile haben wir 63 positiv auf das Coronavirus getestete Personen in Österreich und die Zahlen steigen stetig.“ Das sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), bevor er am Freitagabend weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ankündigte. „Die Situation hat sich verschärft, insbesondere im Iran, auch in Südkorea und in einigen Regionen Italiens.“

Die meisten Fälle in Österreich wurden in Wien und Niederösterreich registriert.
Die meisten Fälle in Österreich wurden in Wien und Niederösterreich registriert. - Foto: © BARBARA GINDL
Deshalb wird es zunächst keine Direktflüge mehr in den Iran, nach Südkorea und zu den norditalienischen Flughäfen Mailand und Bologna geben. Weiters wurden auch punktuelle Gesundheitschecks an den österreichisch-italienischen Grenzübergängen verfügt, wie Kurz bei einer Pressekonferenz ankündigte.

Außerdem werden von Drittstaatsangehörigen, die aus bestimmten Gegenden Chinas, aus dem Iran und Südkorea einreisen wollen, Atteste von Ärzten verlangt, die bestätigen, dass der Betreffende keine Infektion mit dem Coronavirus hat, erläuterte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne).

Die Maßnahmen treten mit kommender Woche in Kraft, ergänzte Kurz. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) betonte die enge Kooperation zwischen Gesundheitsbehörden und der Polizei, die die Aufgabe habe, die Behörden bei den Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus zu unterstützen.

Anschober, der am Freitag beim Gesundheitsministerrat der EU in Brüssel war, sprach von einer „schwierigen Situation, dass die Zahlen in Südkorea und Iran eine drastische Steigerung erfahren, und auch in der Lombardei sehr ernst zu nehmende Zunahmen zu verzeichnen sind“. Weltweit gebe es mittlerweile 101.000 bestätigte Fälle und man gehe von einer erheblichen Dunkelziffer aus.

Einige neu in Österreich getestete Fälle bzw. Verdachtsfälle hatten indes Schulsperren bzw. Klassenisolierungen zur Folge. Dazu zählte etwa die Volksschule in der Galileigasse in Wien-Alsergrund, die aus Sorge am Freitag gar nicht erst geöffnet wurde.

Weil 2 Lehrer wegen des Verdachts auf Coronavirus getestet wurden, wurde bis zum Vorliegen der Ergebnisse die Einrichtung geschlossen, sagte ein Sprecher des Gesundheitsstadtrats Peter Hacker. Von der Vorsichtsmaßnahme sind rund 200 Schüler und 35 Lehrpersonen betroffen.

apa