„Das Dilemma ist, dass es oft nur Arbeitsverträge für ein paar Wochen sind und damit kriegt man keinen Mietvertrag“, sagt Florian Prinoth, Direktor der Sozialdienste der Bezirksgemeinschaft. <BR /><BR />Aber der Reihe nach: In den Containern in der 4. November-Straße mit 25 Schlafplätzen, die im Winter als Kältenotschlafstelle dienten, werden seit Anfang Juli Arbeiter untergebracht. Einlass gibt es nur, wenn sie einen Arbeitsvertrag vorweisen können, sagen Prinoth und Kröll. Pro Nacht sind 5 Euro zu zahlen, 150 Euro im Monat.<BR /><BR />Mittlerweile sind bereits 23 der 25 Plätze von Arbeitern besetzt. „Zu 99 Prozent sind es Ausländer aus Afrika, Pakistan, Afghanistan, Irak usw. Sie verdienen zwischen 900 und 1500 Euro, aber finden keine Unterkunft. Das Dilemma sind die befristeten und kurzfristigen Verträge über 2, 3 Wochen. Zeitarbeitsfirmen verlängern Arbeitsverträge von Woche zu Woche. Damit kriegst du keinen Mietvertrag und keine Wohnung“, sagt Direktor Prinoth. Und wenn jemand eine dunkle Hautfarbe habe, werde die Wohnungssuche noch schwieriger. „Eigentlich wäre es ,moralische Verpflichtung der Arbeitgeber, sich darum zu kümmern, wo ein Arbeiter unterkommt, aber wenn es sich um Leiharbeiter handelt, dann fühlt sich der Arbeitgeber nicht mehr verantwortlich und die Leiharbeiter-Firma ,schrauft‘ sich“, fügt Luis Kröll hinzu. <BR /><BR />Und wo haben diese Leute vor dem 1. Juli geschlafen? „Bei Freunden, im Auto oder in Zelten am Bahnhofsgelände. Alles keine Zustände“, meint Kröll. <BR /><BR />Die Arbeiter seien dazu verdammt in „Unsicherheit zu leben. Die Frage: Wie geht es mit mir weiter? begleitet sie jeden Tag“, meint der Bezirksgemeinschaftspräsident. Und der Direktor der Sozialdienste fügt hinzu: „Die Leute zittern alleweil, denn sie haben eine befristete Aufenthaltsgenehmigung und für eine Verlängerung brauchen sie einen Arbeitsvertrag und einen Wohnsitz. Die meisten sind nicht gar nicht so lange im Land.“ Auch im Obdachlosenhaus der Caritas, in der Archè, kommen solche Arbeiter unter. <BR /><BR />Und wo arbeiten diese 23 Arbeiter, die in den Containern wohnen? „Einer in der Mensa beim Militär, andere für Reinigungsfirmen, für Genossenschaften, in der Gastronomie oder im Baugewerbe. Bei manchen Reinigungskräften kommen oft für eine Stunde putzen netto nur 6, 7 Euro an“, sagt Florian Prinoth. <BR /><BR />Die Vereinbarung mit der Gemeinde Meran zur Nutzung der Container läuft am 15. Oktober aus. „Gerade weil diese Container-Plätze sich so schnell gefüllt haben, gilt es dieses Problem anzugehen. Denn dieses Phänomen der Obdachlosigkeit ist immer verbreiteter, die Wartezeit für eine Unterkunft im Arbeiterwohnheim 2 Jahre“, sagen Kröll und Prinoth. Die Wirtschaft brauche Arbeitskräfte. „Aber es wird zu wenig daran gedacht, dass diese Leute ja irgendwo leben müssen“, unterstreicht Luis Kröll.