Montag, 25. März 2019

7-jährige Reiterin stirbt bei Siegerehrung in Deutschland

Bei der Siegerehrung am Ende eines Reitturniers ist ein 7 Jahre altes Mädchen in Deutschland von seinem Pferd erdrückt worden. Das Tier habe aus ungeklärter Ursache am Sonntag in der Reithalle in Neuenkirchen bei Osnabrück (Niedersachsen) nahe der Grenze zu den Niederlanden plötzlich gescheut, sich auf die Hinterbeine gestellt und die Reiterin abgeworfen, sagte eine Sprecherin der Osnabrücker Polizei am Montag.

In der Nähe von Osnabrück hat ein Mädchen bei einem Reitunfall sein Leben verloren.
In der Nähe von Osnabrück hat ein Mädchen bei einem Reitunfall sein Leben verloren. - Foto: © shutterstock

Anschließend habe das Pferd das Gleichgewicht verloren und sei auf das Mädchen gefallen. Das Mädchen erlitt dabei schwerste Verletzungen.

Die 7-Jährige sei zunächst an Ort und Stelle erfolgreich reanimiert und mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht worden. Dort sei die Kleine dann aber gestorben.

Experten sprechen von Einzelfall 

„Das ist eine ganz seltene Situation“, sagte Norbert Meenen vom Asklepios Klinikum St. Georg in Hamburg. Jeder Reiter falle mal vom Pferd. Wenn ein Tier wie bei diesem Unfall auf einen Reiter falle, seien allerdings schwere Verletzungen zu erwarten. Das gelte auch für Erwachsene. Zwar hatte die Siebenjährige in Neuenkirchen laut Polizei einen Helm auf. Doch selbst der und eine gute Reitweste seien keine Garantie für einen guten Ausgang, sagte Meenen. „Beim Reiten können wie überall Unfälle passieren.“

Zudem sei für die Tiere die Situation einer Siegerehrung ungewohnt. „Pferde sind bei Siegerehrungen nervös. Sie tun etwas, was sie sonst nicht tun: still stehen. Das können nicht alle Pferde“, sagte Meenen. Auch von Musik könnten die Tiere nervöser werden. „Es kann passieren, dass Pferde weglaufen oder eben scheuen.“

Tragischer Vorfall

Bei dem Pferd habe es sich um ein Pony gehandelt, sagte Jörg Maier vom Reitsportverband Weser-Ems. Zusammen mit dem Richter des Turniers arbeite der Verband den Unfall derzeit auf. „Das ist eine sehr tragische Angelegenheit.“ Anfängerprüfungen würden im Regelfall mit erfahrenen Pferden durchgeführt. Auch die Größe des Reiters entscheide, welches Pferd geritten werde.

Bei der Ausbildung der Betreuer werde darauf geachtet, dass diese in Notfällen einschreiten könnten. In manchen Fällen wie in Neuenkirchen ließen sich Unfälle allerdings nicht verhindern. Gleichzeitig betont auch Maier, dass es sich um einen Einzelfall handele. „Das ist der erste tödliche Unfall bei einer Jugendprüfung im Verbandsgebiet in den letzten zwölf Jahren“, erklärt der Vorsitzende.

dpa

stol