Montag, 30. April 2018

7-Jähriger von Betreuerin getötet?

Die Sonne scheint am Montag auf das weiß gestrichene Einfamilienhaus in Künzelsau bei Heilbronn. Die Hecke davor ist akkurat geschnitten, alles blüht. Was nicht in die Idylle passt, ist das rot-weiße Polizeiband, das im Wind weht. Und die Kerzen und Blumen auf der Mauer.

Das Kind war mit hoher Wahrscheinlichkeit schon tot, als es in die Wanne gelegt wurde.
Das Kind war mit hoher Wahrscheinlichkeit schon tot, als es in die Wanne gelegt wurde. - Foto: © shutterstock

Nicht nur für die Eltern eines 7-Jährigen ist dies hier seit dem Wochenende ein Ort des Grauens. Der Vater des Jungen fand seinen Sohn in dem Haus tot auf – nach einer Nacht bei seiner Kinderbetreuerin. Die 69-Jährige sitzt in Haft, dringender Tatverdacht: Totschlag. Aber warum?

Herzliches Verhältnis zur Betreuerin 

Nach allem, was man bis zum Montagmittag weiß und was die Ermittler erzählen, war der 7-Jährige gern hier. Das Verhältnis der Familie zu der 69-Jährigen sei herzlich gewesen, heißt es. Es bestand großes Vertrauen. Seit 5 Jahren habe der Junge aus Künzelsau immer mal hier übernachtet.

So auch von Freitag auf Samstag. Doch als die Eltern ihn am Morgen abholen wollen, ist ihr Sohn tot – und die 69 Jahre alte Pflege-Oma nicht auffindbar.
10 Polizeistreifen, ein Hubschrauber und ein Spürhund suchen am Samstag in und um das 15.000-Einwohner-Städtchen nach der Frau. Am Samstagabend gegen 21.30 Uhr wird die 69-Jährige „nach einem Zeugenhinweis in Künzelsau gefunden“ und festgenommen, wie es in einer Mitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei heißt.

Sohn in Badewanne liegend entdeckt 

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat der Vater seinen Sohn in einer Badewanne liegend entdeckt. Das Kind hatte demnach Würgemale am Hals und war mit hoher Wahrscheinlichkeit schon tot, als es in die Wanne gelegt wurde.

Zu der 69-Jährigen nennt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Heilbronn am Montag zunächst keine weiteren Details. Nach der Obduktion der Leiche des 7-Jährigen wird Haftbefehl wegen Totschlags gegen die Frau erlassen. „Sie ist bisher die einzige Verdächtige“, bestätigt der Sprecher. Und: Man gehe nicht davon aus, dass weitere hinzukommen. Ob sich die Frau schon zu den Vorwürfen geäußert hat, sagt er nicht. Nach derzeitigem Ermittlungsstand lebte sie allein in dem Einfamilienhaus in Künzelsau.

dpa

stol