Samstag, 08. September 2018

700 französische Forscher gegen den Klimawandel

Angesichts des fortschreitenden Klimawandels haben Hunderte französische Wissenschafter die Regierungen in aller Welt zu schnellen Maßnahmen zur Eindämmung der Erderwärmung aufgerufen. Die Herausforderungen durch den Klimawandel könnten nur durch „sofortige Veränderungen” und Verpflichtungen „im Rahmen klarer und ehrgeiziger Ziele” bis zum Jahr 2030 bewältigt werden, heißt es in einem Appell.

Die Politik soll künftig Maßnahmen gegen den Klimawandel umsetzen, die es aus wissenschaftlicher Sicht bereits gibt.
Die Politik soll künftig Maßnahmen gegen den Klimawandel umsetzen, die es aus wissenschaftlicher Sicht bereits gibt. - Foto: © shutterstock

Der von 700 französischen Wissenschaftern unterzeichnete Aufruf, wurde auf der Titelseite der Samstagsausgabe der französischen Zeitung „Liberation” veröffentlicht. Der Klimawandel sei bereits im vollen Gange und immer stärker spürbar, etwa durch den Anstieg des Meeresspiegels, hoben die Wissenschafter darin hervor, zu denen außer Umweltexperten und Physiker auch Ökonomen gehören. „Reden reichen nicht aus, wie die jüngsten Zahlen der Treibhausgasemissionen zeigen”, kritisieren sie.

Aus Sicht der Wissenschafter ist es daher „ebenso entscheidend wie dringlich, aus dem Feld der Beschwörungen heraus zu kommen und diese Reden im Dienste einer tiefgreifenden Gesellschaftstransformation konkret in starke und klare politische Entscheidungen umzusetzen”.

Dabei handle es sich „nicht um eine Utopie”, denn viele Lösungen zur Bekämpfung des Klimawandels seien bereits verfügbar. Die Wissenschafter betonten, dass der Kampf gegen die Erderwärmung „ein politisches Ziel ersten Ranges” sei.

Böse Warnungen des Ex-Umweltministers

In der thailändischen Hauptstadt Bangkok findet noch bis Sonntag die letzte große internationale Verhandlungsrunde vor der nächsten UNO-Klimakonferenz im Dezember im polnischen Kattowitz statt. Für Samstag waren in Bangkok sowie in Frankreich, Deutschland und anderen Teilen der Welt Demonstrationen und andere Protestaktionen für einen entschlosseneren Klimaschutz geplant.

Ein schlechtes Licht auf Frankreichs Klimapolitik hatte Ende August der Rücktritt des beliebten Umweltministers Nicolas Hulot geworfen. Zur Begründung hatte er erklärt, er habe sich im ersten Amtsjahr „völlig alleine” gefühlt und empfinde die umweltpolitischen Maßnahmen der Regierung von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron als unzureichend.

Zum Abschied warnte Hulot, der Klimawandel sei „die schlimmste Herausforderung, die die Menschheit je gesehen hat”.

apa

stol